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131 National Parks of Uganda

Die ugandische Naturschutzbehörde (UWA) ist die staatliche Behörde zur Verwaltung der Naturparks.

Die Uganda Wildlife Authority UWA verwaltet 10 National Parks, 12 Wildlife Reserves, 5 Community Wildlife Management Areas und 13 Wildlife Sanctuaries.

Uganda Wildlife Authority Kidepo National Park Uganda

Der Unterschied zwischen diesen Einheiten ist kompliziert und hat oft historische Gründe. Die englische Kolonialmacht (1894 – 1962) begann in den 1920er Jahre mit dem Schutz von Elefanten, die bis dahin wahllos abgeknallt wurden. Aus ‚restricted aereas‘ wurden erst in den 1950er Jahren National Parks. Einen Push gab dazu der Besuch von Queen Elizabeth II im Jahre 1954. Zu ihren Ehren wurde ein Schutzgebiet im Südwesten Ugandas fortan Queen-Elizabeth-Nationalpark genannt.

10 NATIONAL PARKS
Kidepo
Bwindi
Kibale
Lake Mburo
Semliki / Semuliki
Queen Elizabeth
Murchison Falls
Ruwenzori / Rwenzori
Mount Elgon
Mgahinga

12 WILDLIFE RESERVES
Toro Semliki
Katonga
Ajai
Bugungu
Karuma
Kigezi
Kyambura
Pian-Upe
Matheniko
Bokora
Kabwoya

13 Wildlife Sanctuaries
Entebbe Wildlife Sanctuary​
Jinja Wildlife Sanctuary
Kazinga Wildlife Sanctuary
Malawa Wildlife Sanctuary
Mount Kei Wildlife Sanctuary
Ntoroko-Kanara Wildlife Sanctuary
Nyaburogo Wildlife Sanctuary
Otze Forest Wildlife Sanctuary

 

110 Karamojong, das Hirtenvolk

Die Karamojong sind eine ethnische Gruppe in Uganda, die hauptsächlich in der dünn besiedelten Region Karamoja im Nordosten des Landes lebt.

Die Karamojong sind halbnomadische Viehzüchter und leben traditionell von der Haltung von Rindern, Ziegen und Schafen.

Karamojong in Kotido UgandaIhr Leben ist eng mit der Viehzucht verbunden. Sie ziehen mit ihren Herden umher, um nach frischem Gras und Wasser zu suchen. Die Rinder haben eine besondere kulturelle Bedeutung für die Karamojong und spielen eine wichtige Rolle in ihren sozialen, wirtschaftlichen und zeremoniellen Aktivitäten. Der grosse Viehmarkt von Naitakwai füllt jeden Montag einen freien Platz zwischen Akazien mit Rindern, Ziegen und bunt gekleideten Menschen.

Die Karamojong sind bekannt für ihre traditionelle Kleidung, die aus bunten Umhängen und Geweben besteht. Ihre Kleidung ist oft mit auffälligen Perlen verziert und spiegelt ihre kulturelle Identität wider.

Die Karamojong-Gesellschaft ist in Clans organisiert, die jeweils ihre eigenen Hierarchien und sozialen Strukturen haben. Die Gesellschaft ist patriarchalisch geprägt. Das Familienoberhaupt spielt eine dominante Rolle bei Entscheidungen und Angelegenheiten der Gemeinschaft.

Traditionell waren die Karamojong als kriegerisches Volk bekannt und waren – und sind – immer wieder in Konflikte mit benachbarten Ethnien verwickelt. In den letzten Jahren hat die Regierung von Uganda jedoch Bemühungen unternommen, die Sicherheit und Entwicklung in der Karamoja-Region zu fördern und die Karamojong in friedliche Tätigkeiten und nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten einzubinden.

Konflikte sind unausweichlich. So finden sich in der Region Vorkommen an Marmor. Er wird industriell abgebaut und in Kampala in exportfähige Blöcke geschnitten. Die Bergwerke verhindern den Zugang der Viehherden der Karamojong. Ebenso wie das Pian Upe Wildlife Reserve und gar die Grenze zu Kenya die traditionellen Weiderouten behindern. Das schätzen die kriegerischen Karamojong in keiner Weise.

Streitigkeiten mit anderen nilotischen und ebenfalls nomadischen Nachbarvölkern um Weide und Wasser sind häufig. Immer wieder flammen solche Konflikte um essentielle Ressourcen auf. Traditionellerweise wurden solche Auseinandersetzungen in langanhaltenden Kleinkriegen geregelt. Auf Angriff folgte ein Gegenangriff, der einen erneuten Angriff erzeugte. Die Spirale der Gewalt war jahrhundertelang Alltag. Heutzutage versuchen die staatlichen Administrationen von Uganda und Kenya, solche blutigen Streitereien zu verhindern. Nicht immer erfolgreich.

 

90 Mount Elgon Trekking

Einer der höchsten Berge von Uganda ist der Mount Elgon, ein erloschener Vulkan an der Grenze zwischen Uganda und Kenia.

Er ist der viertgrösste freistehende Berg Afrikas und einer der ältesten Vulkane der Welt.

Sippi falls Mount Elgon UgandaDer Gipfel des Mount Elgon liegt auf einer Höhe von 4321 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gipfelcaldera hat einen Durchmesser von etwa 8 Kilometern und ist umgeben von beeindruckenden Felswänden.

Der Berg mit von üppigen Wäldern, Hochmooren und reicher Biodiversität bietet eine atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Regionen. Der Mount Elgon ist ein beliebtes Ziel für Trekking- und Wandertouren. Es gibt verschiedene Routen und Wanderwege zum Gipfel.

Das Trekking auf den Mount Elgon ist zwar weniger anspruchsvoll als das Trekking auf den höchsten Berg Afrikas (Kilimandscharo) oder den schneebedeckten Ruwenzori im Westen von Uganda. Nichtsdestotrotz ist die Tour kein Spaziergang und nur für geübte Berggänger zu empfehlen. Hier ist ein Trekking nicht so komfortabel organisiert wie zum Kilimanjaro oder im Himalaya. Während des mehrtägigen Trekkings ist Luxus ein schmales Wort. Dafür gibt es keine Staus und Warteschlangen vor dem Gipfel.

Für ein Trekking zum Gipfel muss etwa eine Woche eingerechnet werden. Die Expedition muss vororganisiert sein, es braucht Träger und Bergführer, Zelte und Nachschub.

Weniger Ambitionierte können erlebnisreiche Wanderungen in der Umgebung der Sipi-Fälle
am Fuss des Mount Elgon machen. Das Gebiet rund um den Mount Elgon ist reich an Flora und Fauna. Insbesondere auch für Vogelbeobachtungen finden ornithologisch Interessierte gute Beobachtungsplätze.


Kastentext: Teryet Sportzentrum

Auf 2575 müM befindet sich das High Altitude Center in Teryet am Nordrand des Mount Elgon. In dieser alpinen Umgebung können Sportler trainieren, besonders die Marathonläufer. Die 2023 zertifizierte Rundbahn von 400 m bietet auch Unterkunftsmöglichkeiten für die Sportler. Dazu kommt ein 3 km langer Jogging Trail. Ugandische Sportler mischen immer wieder in der Weltliga mit. Viele stammen aus der Region des Mount Elgon.

 

80 Sipi-Falls und Coffee Tour

Der erloschene Vulkan Mount Elgon steht wie ein grimmiger Wächter an der Grenze zwischen Uganda und Kenya.

Gegen Uganda hin entwässern ihn zahlreiche Bäche und Flüsse. Viele davon stürzen sich in dramatischen Wasserfällen senkrecht über Steilstufen.

Uganda Sipi Falls Mount ElgonDie bekanntesten sind die Sipi-Falls. Eigentlich sind es drei Wasserfälle. Der unterste und gleichzeitig höchste misst 95 Meter. Er durchquert eine Hochebene und donnert dann rauschend hinab ins Tal. Seine Dramaturgie ist beeindruckend. Von da an ist er nur noch ein unbedeutender Fluss in den flachen Kumi Plains.

Wanderwege führen durch grüne Landschaft hoch zur Krone des Hauptfalls. Nicht nur der Wasserstrahl ist gewaltig, die Aussicht ist es auch. Zudem die Vegetation und hier und dort findet man die bananenähnliche Staude namens ’sep‘, von wo der Fluss seinen Namen hat. Die Wildbanane wird als lokale Heilpflanze geschätzt.

Nur trittsichere Wanderer besuchen auch die höher gelegenen mittleren Simba Falls (Fallhöhe 74 m) oder gar die obersten Ngasire Falls (Fallhöhe 60 Meter).

Die Geologie des Mount Elgon hat noch weitere imposante Wasserfälle zu bieten, so auch jene der Flüsse Chebonet und Cheptoyok: fast 100 Meter hohe Wassermengen, die wie die Haare einer Bergfee in die Tiefe fallen. Für diese Touren sind gute Kondition und ein Lokalführer notwendig.

Die Flanken des Mount Elgon werden landwirtschaftlich intensiv genutzt. In der Zone betreuen Bauern Kaffeepflanzen. Die Sorte Bugisu Arabica wächst in dieser Höhenlage besonders gut. Natürlich kann man ihn probieren.

 

52 Powerstations am Nil

Powerstations am Nil

Die gewaltige Wasserkraft des Nils ist prädestiniert für die Erzeugung von Strom.

Owen Falls Uganda stamp BriefmarkeDas geschah mit dem Bau des Owen Falls Dam in den 1950er Jahren.  Über den mit zehn Turbinen versehene Damm führt auch eine Autostrasse.
Queen Elisabeth II weihte den Damm im April 1954 offiziell ein.

Der entstandene Stausee des Damms geht nahtlos in den Victoriasee über und ist eigentlich eine Bucht des grossen Sees geworden. In Kauf nahm man dabei, dass die charakteristischen Ripon Falls im See versanken. Durch den Bau des Owen Falls Staudamms 1954 versanken die beiden Wasserfälle Ripon und Owen im um drei Meter gestiegenen Viktoria See.

Kurz vor diesem Damm wurde ein seitlicher Kanal gegraben, um das Nalubaale Power Station extension project zu realisieren.  Dies besteht aus einem zweiten Damm mit fünf Turbinen. Fortan wurde diese Anlage Kiira Hydroelectric Power Station genannt.

Heutzutage sind die sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Dämme als Nalubaale Hydroelectric Power Station bekannt.

Rund 8 km von Jinja flussabwärts durchlief der Nil eine Serie von fünf Stromschnellen, die Bugali Falls. Auch sie ertranken durch den Bau des Bujagali Staudammes.

Erhalten sind die Busowoko Falls rund 20 km von Jinja entfernt.

Kurz vor den Murchison Falls Nationalpark entstand der Karuma Damm.

Weitere Dämme sind geplant. Dies bringt den Umweltschutz in Konflikt mit der Stromversorgung des Landes. Ein gewaltiges Politikum. Und ein schwieriger Weg für einen Binnenstaat, der vor einer Generation bittere Zeiten durchlebte und dessen Bevölkerung stetig wächst.

Seit Zehntausenden von Jahren transportierte der Nil die Wasser des Victoria Sees hin zum Mittelmeer. Die Menschen an seinen Ufern lernten mit dem Fluss und seinen Allüren zu leben. Sosehr, dass sie den Nil als lebensspendenden Gott anbeteten. Denn der Nil brachte aus Uganda eine konstante Wassermenge für die Bewohner des Niltals.

Mit dem Bau von Staudämmen haben Mensch und Technik stark eingegriffen. Trotzdem bleibt der Nil, was er immer war: ein magischer Fluss und weithin unbezwingbar.

 

51 Die Brücken über den Nil

Der Nil fliesst in Uganda vom Südosten nach Nordwesten.

Bereits als Ausfluss des Viktoriasees ist er ein mächtiger Fluss. Es gibt in Uganda nur wenige Brücken über den Nil.

Heutzutage führen in der Region um Jinja drei Brücken über den Nil. Weitere finden sich flussabwärts.

Die erste Brücke nach dem Victoriasee ist die älteste
Die 1931 erbaute Brücke war die erste Eisenbrücke in Uganda über den Nil überhaupt. Die Metallbrücke wurde für die Eisenbahn gebaut, aber auch von Fahrzeugen genutzt. Und auch von Fussgängern. Heute noch strahlt die Eisenkonstruktion eine würdige Pracht aus. Sie wird weiterhin von der Eisenbahn und Fussgängern benutzt.

Die zweite Brücke flussabwärts ist die schönste
Flussabwärts entstand in Fussdistanz zur alten Eisenbahnbrücke die Source of the Nile Bridge: eine Stahlseilbrücke für den Fahrzeugverkehr. Die 2018 eingeweihte – und grossteils von Japan finanzierte – Schrägseilbrücke wirkt elegant und leicht. Sie trägt den Verkehr der Fernstrasse A109.

Owen Falls Uganda stamp BriefmarkeDie dritte Brücke ist ein Damm
In den 1950er Jahren bauten die Briten die Nalubaale Power Station, damals Owen Falls Dam genannt. Der Damm war gleichzeitig eine Strasse. Die Ripon Falls versanken im Stausee. Fahrräder und Motorräder müssen weiterhin die Strasse über die Dammkrone nutzen. Ihnen ist das Befahren der neuen Brücke untersagt.

Isimba bridge ins Hinterland
Weit weg von Zentren, aber wichtig, ist die neuerbaute Isimba Brücke etwa auf halber Strecke zwischen dem Viktoriasee und dem Kale Kyoga. Sie wurde 2021 eröffnet und erschliesst ein grosses Hinterland zwischen Kayunga and Kamuli. Die Brücke liegt gleich nach dem Isimba hydropower dam.

Der Übergang ist eine Fähre
Der Lake Kyoga ist eigentlich ein riesiges, natürliches Staubecken für den Nil. Kurz vor seinem Ausfluss führt eine Autofähre von Zengebe nach Namasalein in 30 Minuten über den Nil: 9 km von Hafen zu Hafen.
Die in Dänemark und Uganda gebaute Ro-Ro Fähre hat Platz für 16 Fahrzeugeinheiten und 160 Sitzplätze für Passagiere.

Fähre über den Nil
Flussabwärts führt ab Masindi Port eine Fähre über den Nil nach Kungu Ferry Point. Die Fähre ist eher ein motorisiertes Ponton für 6 Fahrzeuge, das im halbstunden Takt die rund 200 Meter zum anderen Ufer fährt.
Masindi Port war früher ein wichtiger Etappenort für Reisende. Sie reisten auf dem Victorianil ab den Stromschnellen von Jinja bis hierher auf dem Boot, dann über Land zum Lake Albert.
Von der Stadt Masindi zu Masindi Port sind es 47 km und rund 1 Stunde Fahrzeit.

Karuma: nur ein Damm
Flussabwärts wird der Nil durch einen Damm gestaut. Der Karuma Dam darf von Privatfahrzeugen nicht befahren werden, sowie die Anlagen ebenfalls nicht zugänglich sind.

Karuma Bridge, die Menschenfresserin
Ein paar Stromschnellen weiter unten und nach den Karuma Falls führt eine Brücke über den auch hier schmalen, aber sehr wilden Nil. Kurz vorher befindet sich der Karuma Staudamm, der aber nicht besucht werden kann.
Die schmucklose Brücke wurde 1963 erbaut. Hier entluden Idi Amins Schergen Leichen und Lebende über die Brücke in den reissenden Fluss. Daher war die Brücke auch als ‚Lamyony jo‘ gefürchtet: Menschenfresser. Abgesehen davon war und bleibt die zweispurige Brücke für die vielen Unfälle berüchtigt.
Die New Karuma Bridge ist seit Jahren geplant und im Gespräch – aber noch nicht finanziert.
Dieser wichtige Übergang verbindet den Nordwesten und Norden mit dem Rest des Landes.

Auf der Paraa bridge in den Nationalpark
Nach den dramatischen Murchinson Fällen führt in Paraa eine neuerbaute Brücke über den hier schiffbaren Nil. Die beeindruckendes Konstruktion ersetzt die Plattformfähre, die jahrzehntelang Touristen in den Park geschippert hatte. Die neue Betonbrücke ist 525 Meter lang und führt auf 12 Pfeilern über den hier ruhigen Nil.

Brücke ohne Eisenbahn in Pakwach
Der Nil beruhigt sich im Albertsee und fliesst als weisser Nil nach Norden. Kurz nach seinem Ausfluss liegt linksseitig der Ort Pakwach. Die 1969 eröffnete Beton-Stahl-Konstruktion (system Warren truss) besteht aus drei Segmenten zu je 81 Metern. Die Brücke wurde früher auch Albert Nile Bridge genannt. Besonders ist, dass eine einspurige Eisenbahnlinie mitten in der Fahrbahn führt. Doch über diese Schienen sind schon seit Jahrzehnten keine Lokomotiven gefahren.
Diese Brücke ist die letzte Brücke über den Nil in Uganda. Sie war zur Nutzung der Eisenbahn gedacht, wie auch die erste der Brücken am Viktoriasee.

Die letzte Fähre
Kurz vor der Grenze zum Südsudan führt eine einfache Motorfähre bei Laropi über den hier seenartig verbreiteten Nil nach Umi und verbindet so die Kleinstädte Adjumani und Moyo. Um die 2000 Personen nutzen diese Fähre täglich. Sie transportiert auch Fahrzeuge. An Land sind keinerlei Verladeinfrastrukturen: die Fahrzeuge fahren über die fähreneigene Metallrampe auf das flache, längliche Schiff.
Hier ist man rund 500 km von Kampala entfernt und sehr sehr weit im savannigen Hinterland.

 

50 Jinja, die Stadt am Nil

Jinja, 81 km östlich von Kampala, liegt direkt am Ausfluss des Victoria Sees. Dieser Ausfluss wurde als offizielle Quelle des Nils festgelegt.

Der Ort liegt an der Ostseite des Ausflusses des Victoriasees. Dort entwässerte der See über eine Felsenbarriere: die Ripon Falls. Hier stand 1862 der Explorer Speke und deklarierte diese Fälle als die Quelle des Nils.  (Die Ripon Falls sind heute nicht mehr zu sehen: sie ertranken im Nil nach dem Bau eines Staudammes.)

Nil in Jinja UgandaÖkonomisch wurde Jinja erst wichtig, weil dort die Eisenbahnbrücke der Uganda-Bahn über den Nil führte und noch immer führt. Der Bau eines Dammes für die Elektrizitätserzeugung liess Jinja zur begehrten Industriestadt werden. Jinja ist nach Kampala die wichtigste Industriestadt Ugandas.

Dafür aber ertranken die Ripon Falls im Stausee, ja der ganze Victoriasee hob sich um 2 Meter.

Die Stadt Jinja hat eine historische Bedeutung. Das beschauliche Stadtbild ist architektonisch-historisch attraktiv, weil ein paar Gebäude aus der Kolonialzeit noch einstige Grösse erahnen lassen. Zu entdecken sind britische Baustile und ebenso indische Häuser. Doch die Glanzzeit der Stadt am Nil scheint etwas vorbei zu sein. Jinja war lange Zeit bevölkerungsmässig die zweitgrösste Stadt Ugandas. Nun aber ist das einstige Dorf Njeru auf der anderen Seite des Nils grösser.

Darüber hinaus bietet Jinja auch andere Aktivitäten wie Bootsfahrten auf dem Nil, Angeln, Vogelbeobachtung und Reiten. Die ruhigen Abschnitte des Nils in der Region um Jinja laden zu beschaulichen Bootstouren ein.

Ganz sicher ist auch das Eisenbahnmuseum besuchenswert. Es ist im alten Bahnhof von Jinja untergebracht und zeigt mit viel Engagement, wie die Zeit der alten Mombasa-Uganda-Bahn aussah. Ein Schmakerl für Eisenbahnfreunde!

So steht man heute am Ausfluss des Victoria Sees und sieht die historische Dramatik dieses Ortes nicht mehr. Der Ausfluss des grössten Sees Afrikas ist eine Bucht, die reissenden Wasserfälle der Ripons Falls sind im Wasser verschwunden und der Nil fliesst als ruhiger Strom voran. Hier haben Technik und Fortschritt dem grössten Fluss Afrikas seine magische Seele genommen.

 

30 Kampala, die Hauptstadt

Die pulsierende Stadt Kampala präsentiert sich als sehr afrikanische Mischung aus Tradition und Moderne, Armut und Reichtum.

Der fast tägliche Dauerstau und die Luftverschmutzung machen die Stadt allerdings wenig attraktiv. Wer sich hinein wagt, ist beeindruckt.

Kampala Hauptstadt von UgandaKampala, die Hauptstadt von Uganda, ist das dominante politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Mit einer geschätzten Bevölkerung von über 1,5 Millionen Menschen wuchert die Metropole zwischen Hügeln hinaus zur Industrie- und Hafenstadt Port Bell und ebenso bis nach Entebbe. Die Agglomeration verschmilzt nahtlos mit der Hauptstadt.

Kampala hat eine junge Geschichte

Sie reicht gerademal ins 19. Jahrhundert zurück. (Der Name soll vom Impala hergleitet worden sein.) Die Stadt wurde auf sieben Hügeln errichtet und bietet eine malerische Aussicht auf den Viktoriasee. Während der Kolonialzeit war Kampala die Hauptstadt des ehemaligen britischen Protektorats Uganda und behielt diese Position auch nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1962 bei. Kampala ist ein wichtiges Bildungszentrum mit mehreren Universitäten und Bildungseinrichtungen. Doch viele finden sich als Arbeitssuchende und Landflüchtlinge in prekären Verhältnissen.

In Kampala finden sich alle ethnischen Gruppen aus verschiedenen Teilen Ugandas. Dies spiegelt sich in der lebendigen Kultur, den traditionellen Festivals, der Musik, dem Tanz und der Küche der Stadt wider.

Pulsierendes Leben

Kampala bietet eine Mischung aus moderner Infrastruktur und historischem Erbe. In der Innenstadt gibt es moderne Geschäftsviertel, Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und Banken. Gleichzeitig können Besucher auch historische Stätten und Sehenswürdigkeiten erkunden, wie den Kasubi-Tombs, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelten und die königlichen Gräber der Buganda-Monarchie beherbergen.

Die geschäftige Stadt ist auch für ihre lebendigen Märkte bekannt, wie den Owino-Markt, den grössten Markt in Ostafrika, wo man wirklich alles angeboten erhält. Der Nakasero-Markt ist ein weiterer beliebter Markt, der für frische Produkte und Gewürze bekannt ist.

Für Geschichtsinteressierte bietet Kampala das Uganda Museum, das einen Einblick in die reiche Geschichte, Kultur und Traditionen Ugandas bietet. Das Nationaltheater ist ein weiterer kultureller Hotspot in der Stadt, wo verschiedene darstellende Künste wie Theater, Musik und Tanz aufgeführt werden.

Das geht nicht ohne Schattenseiten. Die Stadt leidet unter den alltäglichen Verkehrsstaus und der schieren Menge an Menschen. Obwohl Kampala an einem Arm des Victoria Sees liegt, vermögen die frischen Winde oft nicht, den Smog aus den Talsohlen zwischen den Hügeln zu vertreiben. Kriminalität ist ein Thema in der überbevölkerten Metropole.

 

11 Operation Entebbe

Die israelische Befreiungsaktion in Entebbe bezieht sich auf eine bemerkenswerte Operation, die am 4. Juli 1976 stattfand.

Dabei handelte es sich um eine militärische Rettungsaktion der israelischen Streitkräfte, um eine Gruppe von Geiseln zu befreien, die von palästinensischen und deutschen Terroristen am Flughafen Entebbe in Uganda festgehalten wurden.

Operation Entebbe Uganda 1976Die Entführung begann am 27. Juni 1976, als ein Air France Flugzeug auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris von Terroristen entführt wurde und schliesslich in Entebbe, Uganda, landete. Die Entführer forderten die Freilassung von palästinensischen Gefangenen sowie Geld. Während der Geiselnahme wurden die meisten nicht-israelischen Passagiere freigelassen, während die israelischen und jüdischen Passagiere weiterhin festgehalten wurden.

Unter der Führung des israelischen Militärs wurden die Geiseln am 4. Juli 1976 erfolgreich befreit: eine der spektakulärsten Rettungsaktionen in der Geschichte.

Die Befreiungsaktion fand am alten Flughafen statt, der sich gleich neben dem jetzt genutzten neuen Flughafen EBB befindet und heutzutage für UN-Aktivitäten genutzt wird. Dort weist ein bescheidener Gedenkstein auf diese Aktion hin.

Diese wagemutige Aktion wurde weltweit kommentiert, analysiert und beschrieben. Interessant in diesem Zusammenhang war, dass der damalige Diktator Idi Amin die Entführer unterstützte und den Eingriff der Israelis verurteilte. (Dabei war er erst fünf Jahre vorher an die Macht gekommen, mutmasslich mit israelischer Hilfe.) Weil Kenya die israelischen Militärs zwischenlanden liess, rächte sich Amin auf seine Weise: er liess ein paar hundert in Uganda lebende Kenyaner töten.

Bei der Blitzaktion, die nur gerade eine Stunde dauerte, starben alle sieben Geiselnehmer, drei Geiseln, zwanzig ugandische Soldaten und Oberstleutnant Yonatan Netanyahu, der ältere Bruder des jetzigen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

 

10 Entebbe, das Tor zu Uganda

Die charmante Küstenstadt Entebbe sitzt auf einer Halbinsel am Ufer des Viktoriasees. Entebbe ist die wesentlich kleinere Schwester der 40 km nordöstlich entfernten Hauptstadt Kampala.

In Entebbe befindet sich der internationale Flughafen. Der Flughafen (IATA-Code EBB) liegt am Ufer des Viktoriasees und bietet eine beeindruckende Aussicht während des Anflugs.

Entebbe EBB, das Tor zu UgandaVor der Kolonialzeit befand sich in Entebbe jedoch ein Gerichtsstand (Entebbe bedeutet Sitz) der herrschenden Baganda und war die erste Hauptstadt der beginnenden britischen Einflussnahme in Uganda. Bis zum Bau der Eisenbahn nach Uganda war Entebbe der Empfangshafen für Reisende und Fracht aus Kenya. Die Eisenbahn machte die beschwerliche Anreise per Schiff überflüssig und Entebbe erwachte erst wieder mit dem Bau des Flughafens 1951.

Die Stadt hat einen geruhsamen tropischen Charme bewahrt – im Gegensatz zur jetzigen Hauptstadt Kampala, die sich zu einer vibrierenden afrikanischen Grossstadt entwickelt hat.

Heute lebt Entebbe von den Aktivitäten des Flughafens, vom Militärstützpunkt und ist als Badestrand beliebt. Von hier aus verkehren auch Fähren zu den vielen Inseln im Victoriasee. Daher hat Entebbe auch das Flair einer maritimen Stadt. Doch an die Eisenbahn wurde Entebbe nie angeschlossen. So blieb der Stadt eine industrielle Entwicklung verwehrt, wie sie beispielsweise Jinja und Port Bell erlebten. Das mag bestimmt zu ihrem Vorteil gewesen sein. Entebbe wirkt ruhiger und aufgeräumter als Kampala. Die Stadt kennt auch das Problem des Smog nicht in dem Masse wie Kampala.

Eine der Hauptattraktionen in Entebbe ist der Entebbe Botanical Garden, ein wunderschöner Ort, der eine reiche Vielfalt an Pflanzen und Bäumen beherbergt. Auf entspannenden Spaziergängen können Besucher exotische Vogelarten beobachten und die üppige tropische Vegetation geniessen.

Eine Möglichkeit für die Lokalbevölkerung Wildtiere zu sehen, ist das Uganda Wildlife Education Centre, früher bekannt als der Entebbe Zoo: Löwen, Giraffen, Elefanten, Krokodile. Der Schwerpunkt des Zentrums liegt heutzutage im Artenschutz und der Rehabilitation von geretteten Tieren (Tierschmuggel, Tierquälerei, Waisentiere).