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Timkat-Fest

Timkat Ethiopia

Timkat Ethiopia

Alljährlich am 19. Januar, in Schaltjahren am 20. Januar, also dem 10. Tag des äthiopischen Terr-Monats, wird in Äthiopien das Timkat-Fest gefeiert. Es steht symbolisch für die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan und der Epiphanie, der «Erscheinung des Herren». Beim Timkat-Fest wird diese Taufe nachgestellt. Zudem werden während der Timkat-Zeremonie sogenannte «Talbot», Tafeln, die die Bundeslade der Israeliten, die zwei Steintafeln mit den 10 Geboten enthielt, nachbilden, in kunstvoll verzierte Tücher gewickelt und auf den Köpfen der Priester in Prozessionen umhergetragen. Die Talbot-Tafeln, die, zwar verdeckt, in jedem äthiopischen Altar zu finden sind, repräsentieren die Erscheinung Jesu als der Messias.

Die Timkat-Zeremonie wird in den frühen Morgenstunden, etwa gegen 2 Uhr, in der Nähe eines Flusses oder eines künstlichen Wasserbeckens gefeiert. Dabei wird das dort entnommene Wasser gesegnet, um die an der Zeremonie Teilnehmenden damit zu besprenkeln. Einige Teilnehmer tauchen gar ganz ins Wasser ein, um ihr Taufversprechen damit symbolisch zu erneuern. Zur Mittagszeit werden die Talbot dann, in erneuten Prozessionen, untermalt von Tänzen und Gesängen, wieder in die Kirchen zurückgebracht.

Timkat Aethiopien

Timkat Aethiopien

Dieses christlich-orthodoxe Tauffest, Timkat, das höchste religiöse Fest in Äthiopien, wird im ganzen Land begangen. Einzigartig ist die Timkat-Feier jedoch in der, von Kaiser Fasilides gegründeten Stadt Gondar, im Norden Äthiopiens. Hier trommeln, tanzen und singen mehrere tausend Teilnehmer, in weiss gekleidet, an den Bädern des Kaisers Fasilides. Die Frauen tragen kunstvoll bestickte Gewänder, die Männer Kaftan und Pluderhose. Ganze zwei Tage wird gefeiert. Dabei springen Hunderte von Teilnehmern, fast ausschliesslich junge Männer, nach der Segnung des Wassers, in die Becken und besprengen von dort aus die Umstehenden mit dem heiligen Wasser.

Seinen Ursprung nahm das Timkat-Fest zu Ende des 16. Jahrhunderts, als die Jesuiten nach Äthiopien kamen, um das Land zu missionieren. Der Vater von Kaiser Fasilides konvertierte seinerzeit zum Katholizismus und ernannte ihn zur Staatsreligion, anstelle des orthodoxen Christentums. Dies führte zu Unruhen und vielen Toten im Land. In dieser Situation kam Kaiser Fasilides an die Macht. Er verwies die Jesuiten des Landes und kehrte zur Orthodoxie zurück. Die Taufe während der Timkat-Zeremonie symbolisiert die Rückkehr zum ursprünglich orthodoxen Glauben.

Eisenbahn in Äthiopien

Wen wundert es, dass es ausgerechnet einem Schweizer zu verdanken ist, dass die Eisenbahn Einzug hielt in Äthiopien?

Harar Bahnhof

Harar Bahnhof

So reiste der Ingenieur Alfred Ilg 1879 im Auftrag einer Schweizer Firma nach Äthiopien, um dort mit seinem Fachwissen Kaiser Menelik beim Aufbau seiner neuen Hauptstadt Addis Abeba, beratend zur Seite zu stehen.

Schon bei seiner Reise über Mittelmeer und Rotes Meer sowie durch die Hitze der, zu dieser Zeit französischen Kolonie Somali-Küste (heute Djibouti / Dschibuti), muss ihm die Notwendigkeit des Baus einer Eisenbahnlinie deutlich geworden sein.

Bei vielen Äthiopiern traf sein Ingenieurswissen auf Widerstand, vermutete man in seiner Person doch einen Mann, der für die Kolonialmächte, die einzig Äthiopien noch nicht hatten einnehmen können, ausspionierte. Doch nach und nach konnten die von ihm vorgesehenen Projekte, wie die erste Wasserleitung des Landes, verwirklicht werden. Er hatte gar 1896 nicht unerheblichen Anteil am Sieg der Äthiopier gegen die Italiener in der Schlacht von Adwa, kämpften die Äthiopier doch mit Waffen aus seinen Schmieden.

Im Folgejahr wurde Ilg schliesslich der Beauftragte für den Bau der Eisenbahnlinie von Dschibuti nach Addis Abeba und musste dabei mit den Franzosen verhandeln, die seinerzeit als Kolonialmacht in Dschibuti regierten. Vom ersten Spatenstich in im Oktober 1897 bis zur Vollendung der 784 Kilometer langen Bahntrasse, sollte es fast 20 Jahre dauern.

Ingenieur Ilg erlebte dies nicht mehr. Er verstarb bereits 1916.

Im Jahre 1929 wurden schliesslich das Bahnhofsgebäude in Addis Abeba fertiggestellt.

Der Einzug des Bahnzeitalters brachte Äthiopien und der Hauptstadt Addis Abeba einen grossen Aufschwung. Mit der Bahn konnten in grossen Mengen Waren ins Land eingeführt oder auch ausgeführt werden. Kaiser Menelik importierte mittels der Bahn auch Waffen für den Unabhängigkeitskampf Äthiopiens. Fast 100 Jahre spielte diese Bahnlinie eine grosse Rolle für die Geschichte und Wirtschaft Äthiopiens, bevor sie 2008 in recht baufälligem Zustand stillgelegt wurde. In den frühen 2000er Jahren verkehrten nur noch selten Personen- und Güterzüge zwischen Dire Dawa und Dschibuti.

Heute hat die damalige Pionierleistung nur noch nostalgischen Charakter. Während das alte Bahnhofsgebäude noch weitestgehend erhalten ist, wird die Bahnlinie zusehends von Gras und Büschen überwuchert. Zum Teil bauen die Äthiopier auf dem begleitenden Grün der Linie sogar ihr Gemüse an. Doch fast genau 100 Jahre nach der Eröffnung der alten Bahnlinie, wurde 2016, unweit der alten Trasse, eine neue Linie von Addis Abeba nach Dschibuti eröffnet. Diesmal waren es die Chinesen, die diesen Bau finanzieren und organisieren. So ist Die Hauptstadt Äthiopiens wieder mit einem Hafen verbunden und Äthiopien etwas weniger ein abgeschlossenes Binnenland.

Postkarten aus Afrika

Postkarten aus Afrika

Postkarten – auch Ansichtskarten genannt – waren „früher“ ein beliebtes Mittel, um einen Landeseindruck mit einer Kurznachricht nach Hause zu schicken. Die Sujets schwankten zwischen realistischen Aufnahmen und gestellten „exotischen“ Posen. Interessant und etwas nostalgisch sind sie geblieben.

Unsere Postkartensammlung entstand in den frühen 1980er Jahre. Damals fuhren wir zu zweit mit einem VW-Bus von der Schweiz quer durch Afrika: Tunesien, Algerien, Sahara, Niger, Mali, Elfenbeinküste,  Burkina Faso (damals noch Obervolta genannt), Togo, Benin, Nigeria, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, DRC-Congo (damals noch Zaire genannt), Burundi, Ruanda, Tansania, Kenia, Tansania, Malawi, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Namibia.
18 Monate, 60’000 km ohne Unfall

Es gab damals nicht immer und überall Postkarten. Nur wenige Zonen waren auf der touristischen Landkarte. Natürlich machten wir Fotos / Dias. Die Postkarten sammelten wir ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dann bleiben sie 30 Jahre verpackt. Nun wollen wir sie einscannen und veröffentlichen. Ein grosses Projekt. Noch grösser ist das Vorhaben, die Dias einzuscannen.

Eisenbahn in Äthiopien

Eisenbahn in Äthiopien

Äthiopien ist ein Eisenbahnland. Seit dem 19. Jahrhundert bereits! Das Hauptinteresse lag in der Anschliessung der Hauptstadt Addis Abeba mit dem Welthandel, also mit dem Hafen von Dschibuti (Djibouti). Der Schweizer Bahnpionier Alfred Ilg spielte dabei eine wesentliche Rolle.

Kaiser Menelik II hatte grössere Visionen: er träumte, sein Äthiopien mit einer Bahn nach Kenya zu verbinden und ebenso nach Westen zum Sudan hin eine Linie zu bauen. Dazu kam es nicht.

Letztendlich hielt sich die Verbindung Addis Abeba nach Dschibuti über Jahrzehnte, bis sie mit der Jahrtausenderwende quasi zum Stullstand kam. Chinesische Investitionen in den 2010er Jahren bauten die 756 Kilometer lange Strecke neu. Sie folgt mehr oder weniger dem alten Trassee und wurde 2015 eröffnet.

Eisenbahn in Äthiopien
Ebenso bauten chinesische Unternehmen eine Stadtbahn in Addis Abeba. Diese modernste Strassenbahn Afrikas entlastet den Fahrzeugverkehr der Millionenstadt Addis Abeba erheblich und wird auch rege benutzt.

In diese Welt der Eisenbahn von Äthiopien entführt ein DokFilm von Eisenbahn Romatik aus dem Jahr 2020. Sehenswert.

Politische Stabilität in Guinea-Bissau

Wie so viele Länder ist Guinea-Bissau politisch gebeutelt und von einer schwierigen Vergangenheit geprägt. Bis heute hat das Land südlich von Senegal einen zweifelhaften Ruf, der von Korruption, Drogenschmuggel, Gewalt und dubiosen Militärs geprägt ist. Das Land zählt zu den ärmsten Ländern der Erde.

Eine gute und aktuelle Einschätzung zur politischen Stabilität Guinea-Bissaus hat der Geopolitical Information Service im April 2015 eröffentlicht. Demnach gibt es mit dem seit 2014 regierenden Ministerpräsidenten Domingos Simoes Pereira Hoffnung auf eine positive Entwicklung des Landes.

 

Geld in Äthiopien

Die Währung in Äthiopien heisst Birr. Das äthiopische Birr (BR) gibt es in den Banknoten 1, 5, 50 und 100 Birr. 1 Birr sind 100 Cent. Reisende können Devisen (Schweizer Franken, Euro, Dollar) in Banken oder Wechselstuben in Äthiopien problemlos tauschen. Bitte achten Sie darauf, nur neue Noten mitzunehmen, ältere Serien werden selten akzeptiert. Die Landeswährung Birr darf nur bis zu einer Höchstgrenze von 200 Birr pro Person ein- und ausgeführt werden.

Bankkarten wie VISA, Mastercard, Diners Club und AmericanExpress sind in Äthiopien nur begrenzt hilfreich. Doch in grossen Hotels der Hauptstadt Addis Abeba können Reisende mit den gängigen Kreditkarten ohne Probleme bezahlen und bei einigen Banken (ATMs) Geld abheben.

Sicherheit auf Reisen in Guinea-Bissau

Das Auswärtige Amt beschreibt die politische Lage Guinea-Bissaus nach den jüngsten Wahlen als stabil (Stand April 2015).

Doch Guinea-Bissau ist eines der ärmsten Länder der Welt. Armutskriminalität kommt im ganzen Land vor, vor allem aber in der Hauptstadt Bissau. Nächtliche Überfälle oder Einbrüche geschehen selten.

In manchen Gebieten des Landes – vor allem entlang der Küste und auf den Bijagos Inseln –  ist auch Drogenkriminalität ein Thema.

Verglichen mit anderen westafrikanischen Ländern ist die Sicherheitslage in Guinea-Bissau gut und das Land gilt als eines der sicheren Reiseländer der Region. Die Menschen hier sind zum größten Teil friedfertig und sehr freundlich.

Diebstähle, Straßenkriminalität sowie niedrigere Hygienestandards erfordern von Reisenden angemessene Verhaltensmaßnahmen und eine gewisse Vorsicht. Reisende sollten auch in Guinea-Bissau zur eigenen Sicherheit nur wenig Bargeld mit sich führen und Wertgegenstände nicht am Körper tragen. Menschenleere oder verarmte Gegenden sollten – vor allem bei Dunkelheit – gemieden werden.

Weitere Informationen zur aktuellen Sicherheitslage und Reisehinweise in Guinea-Bissau finden Sie bei folgenden Stellen: