Oman: Geschichte

Die Geschichte von Oman reicht bis in die Steinzeit. Damals schon war Oman besiedelt. Der Handel mit Weihrauch existierte bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend.

Oman Muscat Grosse Sultan-Qabus-MoscheeAusgrabungen aus den 50er Jahren haben gezeigt, dass 2000 v.Chr. ein reger Handel mit Kupfer zwischen Magan (dem heutigen Oman) und Mesopotamien bestand. Der Kupferbergbau erreichte im Jahr 1000 n.Chr. seinen Höhepunkt und Oman war im Mittelalter der grösste Lieferant von Kupfer im Mittleren Osten. Die Produktion wurde dann aber eingestellt und erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder aufgenommen.

Die Islamisierung von Oman begann schon zu Lebzeiten von Mohamed um das Jahr 630 n.Chr. Zu dieser Zeit wurde Oman Teil des Kalifats der Umayyaden und Abbasiden. Mit dem Schisma nach dem Ende des 4. Kalifats setzten sich im Landesinnern die Lehren Abdullahs Ibn Ibad durch, währenddem in der Küstenregion mit ihren internationalen Handelsbeziehungen sowohl Sunniten wie auch Schiiten lebten. Im Jahre 751 wurde Yulanda Ibn Masud zum ersten Imam gewählt. Residenzstadt wurde Nizwa. 1406 wurde Bahla zur Hauptstadt erkoren, danach entwickelten sich zwei Dynastien, welche die Imame stellten. Die Yaruba-Dynastie regierte bis 1744, gefolgt von der Al-Bu-Said Dynastie, die bis heute regiert.

Die geographische Lage Omans prädestiniert das Land für den Seehandel. So reichen seine Ursprünge bis in das dritte vorchristliche Jahrtausend zurück. Ein wichtiger Faktor war dabei die Schiffsbaukunst der Omanis. Die omanischen Seefahrer – die Söhne Sindbads – unterhielten Handelsbeziehungen im gesamten Indischen Ozean und bis nach China. Als goldenes Zeitalter gilt die Periode zwischen 800 und 1200 n.Chr.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts drangen die Portugiesen in den Indischen Ozean vor. 1503 eroberten sie Sansibar vor der afrikanischen Ostküste und vier Jahre später Muskat. Ziel der Portugiesen war es, die Kontrolle über die Strasse von Hormuz sowie die Zufahrt zum Roten Meer zu erlangen, um damit die Handelsroute zwischen Asien und Europa zu beherrschen. Die raschen militärischen Erfolge der Portugiesen sind insbesondere auf ihre Schiffskanonen zurückzuführen, denen die aus Lehmmauern gebauten omanischen Städte und Festungen nicht standhielten.

Der äusserst lukrative Handel mit Gewürzen und Rohstoffen weckte auch die Begierde anderer europäischer Länder. So gründeten die Engländer, Franzosen und Holländer Ostindien-Gesellschaften und griffen das Handelsmonopol der Portugiesen an. Unter Imam Nasir bin Murshid und später Sultan bin Saif I wurden die Portugiesen bis 1650 aus Oman vertrieben.

Auch andere Handelsplätze wie Sansibar oder Bombay konnten erobert werden. Die omanische Handelsflotte wurde ausgebaut und sicherte fortan den Indienhandel. Oman erlebte unter der Al-Yaruba Dynastie (1624-1744) eine weitere Blütezeit. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann aber der Untergang dieser Dynastie und nach einem Bürgerkrieg wurde das Land von den Persern besetzt. Imam Ahmed bin Said konnte dann 1747 die Perser endgültig vertreiben und begründete die bis heute bestehende Dynastie der Al-Bu-Said. Die Residenz wurde nach Muskat verlegt. 1798 schloss Oman einen Vertrag mit Grossbritannien, der den Franzosen und Niederländern Handelsniederlassungen im Golf untersagte.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann der Sklavenhandel an Bedeutung. Imam Said bin Sultan machte Sansibar zum zweiten Regierungssitz. Nach einem Streit unter seinen Söhnen wurde das Reich aber 1861 in das Sultanat Muscat und das Sultanat Sansibar aufgeteilt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann allerdings der Niedergang des omanischen Grossreiches. De facto war Oman zwischen 1856 und 1970 ein britisches Protektorat. Erst durch die Unterstützung durch die Engländer konnte eine langer Bürgerkrieg 1920 beendet werden.

Sultan bin Taimur konnte 1955 mit Hilfe Grossbritanniens das Landesinnere erobern und wurde mit Duldung der Engländer zum Alleinherrscher Omans. Der Sultan verfolgte eine isolationistische Politik und vernachlässigte die Modernisierung des Landes. 1970 wurde er von seinem Sohn Qaboos gestürzt, der das Land bis zu seinem Tod 2020 regierte. Unter seiner Herrschaft wurde Oman modernisiert. Ihm folgte sein Neffe und heutiger Herrscher Omans, Haitham bin Tariq, nach.


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