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100 Pian Upe Wildlife Reserve

Das Pian Upe Wildlife Reserve gehört zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten des Landes.

Es liegt im östlichen Teil von Uganda. Das Naturreservat erstreckt sich über eine Fläche von 2800 km2 und beherbergt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Uganda Kuhantilope Pian Upe Wildlife ReserveDer Pian Upe Wildlife Reserve zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus, die von offenen Savannen über Hügel und felsige Formationen bis hin zu Wäldern und saisonalen Flüssen reicht. Diese Vielfalt an Lebensräumen unterstützt eine grosse Anzahl von Wildtieren.

Im Reservat sind verschiedene Tierarten heimisch, darunter Elefanten, Büffel, Warzenschweine, Giraffen, Leoparden, Hyänen, Paviane und verschiedene Antilopenarten. Hier weiden auch Zebras, ein seltener Anblick in Uganda. Die Region ist auch ein Paradies für Ornithologen mit rund 250 Vogelarten.

Aufgrund seiner abgelegenen Lage und seiner wilden Schönheit ist das Pian Upe Wildlife Reserve Ziel für Abenteuer- und Naturliebhaber. Besucher können Pirschfahrten unternehmen, um die Tierwelt zu beobachten, Wanderungen unternehmen, um die beeindruckende Landschaft zu erkunden, und authentische kulturelle Begegnungen mit den einheimischen Gemeinschaften erleben.

Da aber Pian Upe auf dem Weg zwischen den Sipi-Falls und dem tierreichen Kidepo Valley liegt, fahren leider die meisten – der ohnehin wenigen – Safarifahrzeuge am Pian Upe vorbei. Ein Grund mag auch sein, dass die Unterkünfte eher bescheiden sind. Pian Upe lag immer etwas im Schatten anderer Naturreservate. Dabei wecken gerade die horizontlosen Savannenebenen, auf denen Wildtierherden grasen, Bilder einer ‚archetypischen Safari‘.

Pian Upe könnte heutzutage die ‚Serengeti‘ von Uganda sein. Doch die Geschichte Ugandas vor zwei Generationen verhinderte dies: in den wirren 1970er und 1980er Jahren wurden die Wildtierherden drastisch dezimiert. Wilderei war an der Tagesordnung und erst ab der Jahrtausendwende kam mit der Stabilität Ugandas auch wieder ein Schutz der Naturreservate. Glücklicherweise haben sich die Bestände wieder erholt.

Der Schutz des Pian Upe Wildlife Reserve ist von entscheidender Bedeutung, da es in der Vergangenheit von Wilderei bedroht war. Natürlich gibt es auch Konflikte mit den lokalen Karamojong-Viehhütern und ihrem Bedürfnis nach Weidefläche für ihre Rinderherden.

150 Fort Patio – Baker’s Fort

Eine Fahrstunde nördlich von Gulu befindet sich das Fort Patiko.

Die Befestigung wurde vom britische Entdecker und Forscher Sir Samuel White Baker während seiner Expeditionen angelegt. Die Geschichte von Fort Patiko ist eng mit den Sklavenhandelsaktivitäten der Araber in Ostafrika verbunden.

Fort Patio Gulu UgandaWährend Bakers Reisen – immer begleitet von seiner Frau Florence – durch Ostafrika stiess er in den 1860er Jahren auf die schrecklichen Auswirkungen des Sklavenhandels in der Region. Er entdeckte, dass die Araber entlang des Weissen Nils und des Albertsees Menschen aus den umliegenden Gebieten entführten und als Sklaven verkauften.

Sklavenjagden wurden seit Jahrhunderten vom arabisierten Norden des Sudans in Richtung Südsudan, Uganda und Kongo organisiert. In diesen Fanggebieten kamen die sudanesischen Sklavenhändler in Kontakt und Konflikt mit ebenfalls arabischen Sklavenfängern, die von Zanzibar, also der Ostküste Afrikas, aus operierten.

Um diesen grausamen Handel zu bekämpfen, errichtete Baker im Jahr 1872 das Fort Patiko. Damit ist er einer der vielen Forschungsreisenden, Missionare und Militärs, die sich getragen von christlichem Gedankengut, gegen die Sklaverei wandten.

Von hier aus führte Baker mehrere Expeditionen, um die Sklavenhändler zu bekämpfen und gefangene Sklaven zu befreien. Das Fort diente auch als eine Art Zufluchtsort für die befreiten Sklaven.

Das Fort lag strategisch günstig auf einer Anhöhe nördlich von Gulu. Die Wohnhäuser wurden aus lokal verfügbaren Materialien wie Lehm und Steinen gebaut, Wälle und Befestigungen dienten dem Schutz vor Angriffen.

Obwohl Fort Patiko eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Sklavenhandel spielte, war es letztendlich nicht in der Lage, den Sklavenhandel vollständig zu beenden. Baker musste später seine Bemühungen einstellen und 1876 das Fort aufgeben. Die Befestigungsanlage wurde 1879 von Gordon erweitert und benutzt.

Heute ist Fort Patiko eine Gedenkstätte. Der Besuch mag etwas enttäuschend sein. Erhalten sind nur noch drei, vier Reste von Mauern für Vorratskammern. Lokale Guides erklären Geschichte und Geschichten. Die Aussicht über die Ebene von Acholiland ist jedoch erhaben.

Heute noch wird das Fort Patio in der Volkserinnerung primär mit dem Sklavenhandel verbunden.

 

180 Pakwach

Die Stadt Pakwach liegt am linken Ufer des Weissen Nils.

Die Kleinstadt ist für die Region ‚West Nile‘ das Zentrum für Verwaltung und Handel. Zugleich ist sie Hauptstadt des Distrikts Nebbi. Fischerei und Landwirtschaft prägen die Ökonomie.

Uganda GrasantilopePakwach und noch mehr die nördlich gelegene Grenzstadt Arua sind Transitzentren für Gold aus dem Ostkongo und dem Südsudan.

In der Region des heutigen Nordwestuganda am Albertsee stiessen seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Einflusssphären von Ägypten und England aufeinander. Vorher diente die Region jahrhundertelang als Jagdgebiet für arabische Sklavenjäger. Allein in den 1860er und 70er Jahren wurden jährlich um die 30’000 Menschen in Norduganda gejagt und gelangten als Sklaven nach Khartum und Ägypten. Wer den langen Marsch überlebte, wurde in die arabischen Länder weiterverkauft.

Uganda war der Kulminationspunkt des ‚Scramble for Africa‘ Ende des 19. Jahrhunderts. Während der Berliner Konferenz 1884 wurde Afrika aufgeteilt. England stiess von Ostafrika ins Innere vor, Ägypten von Norden, Frankreich von Westen, Belgien von Südwesten und Deutschland vom südlichen Ostafrika.

Die Khediven von Ägypten hatten sich bereits den Sudan gegriffen und den Sudd durchquert. Eine führende Rolle spielte dabei Emin Pascha.

Emin Pascha

Emin Pascha wurde 1840 als Eduard Schnitzer in Schlesien (damals deutsch, heute polnisch) geboren. Sein abenteuerliches Leben spülte ihn nach Ägypten und in ägyptischem Auftrag in die Region des heutigen Südsudans und Norduganda, wo er Gouverneur der Provinz Equatoria wurde.

Seinen Hauptposten errichtete er in Wadeley nördlich von Pakwach. Doch dem Stellvertreter Ägyptens blieb kaum Zeit, eine Verwaltung zu organisieren, denn der langjährige Aufstand der Mahdisten im Sudan schnitt ihn von Ägypten ab. (Der Aufstand der Mahdisten im Sudan war eine Rebellion gegen die Fremdherrschaft der Ägypter und basierte auf fundamentalistisch-religiösen moslemischen Pfeilern. Im Hintergrund war es auch eine Reaktion auf ‚die Moderne‘, die Ägypten, ein zunehmender Vasall Englands, in seine Gebiete trug.)

Equatoria

Die Provinz Equatoria lag im Schnittpunkt kolonialer Interessen: Ägypten (und mithin England) stiessen von Norden her vor. England hatte sich an der Küste Kenyas festgesetzt und von Westen drängten die Franzosen heran. Belgien hatte im Kongo durchaus Gelüste, weiter nach Osten vorzurücken. Dazu kamen die Sklavenhändler, die in richtigen Armeen von Osten (Zanzibar) und vom Sudan aus in der ganzen Grossregion operierten. Auch die lokalen Fürsten und Ethnien waren zerstritten: autochthone Kräfte konnten den fremden Mächten nicht widerstehen. Über die explosive Landkarte fegte der kompromisslose Aufstand der Mahdisten.

Emin Pascha hielt sich also auf einem Pulverfass auf. Meist war er im Fort Dufile, das sich an der linken Uferseite des Nils kurz vor der heutigen Grenze zum Südsudan befindet. Eigentlich war er zu dem Moment ein Gefangener seiner meuternden Soldaten. Das Herannahen der Mahdisten veranlasste die Meuterer jedoch, ihn mit Frauen und Kindern auf einem Dampfer den Nil aufwärts zum Fort Wadeley ziehen zu lassen. Fort Dufile wurde dann 1888 von den Mahdisten eingenommen.

Emin Pascha und Stanley

Die Kunde über einen Europäer in bedrängender Not gelangte nach ein paar Monaten und zu damaliger Zeit also schnell nach England. In Europa brach ein wahres Fieber aus, ihn zu retten. Expeditionen wurden ausgerüstet und entsandt. Es war der Afrikaforscher Stanley, der Emin Pascha noch im Jahr 1888 erreichte. Stanley musste ihn richtiggehend überreden, mit ihm an die Küste zu gehen.

Doch Emin Pascha, die unruhige Seele, zog es zurück ins Herz Afrikas. Im Auftrag des damaligen Deutschen Reiches machte er sich 1890 wieder ins Innere Afrikas auf. Unter ungeklärten Umständen wurde er zwei Jahre später in der Region des heutigen Kisangani ermordet. Wahrscheinlich von Sklavenjägern. Als Ort wird Kinena und ebenso Nyangwe erwähnt.

Der Name Emin Pascha ist den Menschen im Nordwesten Ugandas noch heute ein Begriff. Doch wer Spuren sucht, findet nur noch wenig von Emin Paschas Präsenz vor fast 150 Jahren. Von seinem Fort in Wadeley ist nichts mehr erhalten. Eine mannshohe Pyramide erinnert zwar an Emin Pascha und ein kleines Museum beschreibt die Rolle des Sklavenhandels in der Region. Auch vom Fort Dufile ist nichts mehr zu sehen.

Pakwach

Wer in heutigen Zeiten Pakwach besucht atmet zwar Geschichte. Doch an historischen Artefakten zu sehen ist nur noch wenig. Nach der Nilbrücke führt eine geschwungene Kurve zum Stadtbeginn und dann als kerzengerade Strasse mitten durch Pakwach. Eine unaufgeregte Kleinstadt, umlagert von den Rundhütten der einfachen Bevölkerung.

Von der Nähe zum Murchison Falls National profitiert die Kleinstadt Pakwach nur bedingt. Hingegen ist Pakwach für die Gebiete westlich des Nils das Tor zu Uganda. Die elf Distrikte westlich des Nils sind genauso verloren wie die Nordostgebiete des Kongo (RDC) und die Südwestgebiete des heutigen Südsudans. Der Fluch der Geografie – und der Geschichte – haben sie ins Abseits gestellt.

Die Gebiete westlich des Nils waren vor keinen 150 Jahren noch beliebte Fanggebiete der Sklavenjäger. Rückständig sind sie geblieben. Sie sind nur durch Lateritstrassen erschlossen. Die Leute leben von Landwirtschaft und etwas Viehzucht. Strohgedeckte Rundhäuser bilden Weiler und selten Dörfer. Hier und dort eine Kirche und ab und zu eine baufällige Schule. Beschränkter Zugang zu Wasser oder gar Trinkwasser, auch in den wenigen Städte mit Wellblechdächern.

Alle sind überfüllt: Landflucht und immer wieder Camps mit Flüchtlingen, mal von hier, mal von dort. Und Grenzkonflikte mit den Nachbarländern. Und immer wieder die Verheissungen der Geologie: kaum findet jemand ein bisschen Gold oder einen Edelstein, strömen Hunderte, ja Tausende herbei, um ihr Glück zu finden.

Die ugandische Distrikthauptstadt Koboko an der Grenze zum Kongo (RDC) und Südsudan ist nur gerade 550 km von der Hauptstadt Kampala entfernt – aber es liegen Welten dazwischen.

 

190 Murchison Falls

Murchison Falls

Im Nordwesten ergiesst sich der Nil über eine Klippe hinunter ins Rift Valley. Dabei quetscht sich die Wassermenge durch eine schmale Rinne und fällt 42 Meter hinab: die Murchison Falls.

Murchison Falls UgandaDer Victoria Nil hat seit seinem Ausfluss aus dem Victoriasee bereits  knapp 500 km zurückgelegt und dabei rund 500 Höhenmeter verloren. Dies in mehreren Wasserfällen und Stromschnellen.

Hier jedoch zwängt er sich, geologisch bedingt, durch einen nur sieben Meter breiten Felsenspalt: das daraus resultierende Wasserdonnern ist weithin hörbar. Beeindruckend ist nicht so sehr die Fallhöhe, sondern die Wassermenge. 300 m3 pro Sekunde. Dies entspricht dem Volumen aller Lastwagen eines vollgefüllten Autobahnparkplatzes, 75 Fernverkehrslastwagen. Pro Sekunde.

Der Anblick ist gewaltig, das Donnern auch und Sprühregen fliehen als lange Fahnen aus dem Getöse. Glitzernde Lichtspiele begleiten die Naturdramatik bis hin zu Regenbogen.

Uhuru Falls

Bei hohem Wasserstand bildet sich rechtsufrig ein zweiter Wasserfall, die Uhuru Falls. Eher kaskadenartig, breiter und weil nur als Überlauf dienend, oft mit weniger Wasserfülle. Etwas weniger imposant, aber als Begleiter des Hauptfalls durchaus beeindruckend.

Hauptfall (Muchison Falls) und Seitenfall (Uhuru Falls) lassen eine buschbewachsene Insel zwischen sich, die seit sechs Jahrzehnten nicht mehr begangen werden kann. Nur noch ein Betonsockel erinnert and die 10-Pfund-Brücke. Der Name stammt von Winston Churchill, der 1907 an dieser Stelle stand und von der geringen Breite des Felsenspaltes nicht beeindruckt war. Seine Aussage: ‚mit 10 Pfund lässt sich eine Brücke hinüber bauen‘ wurde in den 1950er Jahren mit einer simplen Baileys-Stahlbrücke verwirklicht. Doch die grossen Regenfälle liessen den Nil 1962 so anschwellen, dass er die Brücke wie ein Streichholz wegdrückte.

Um die Fälle zu erleben gibt es zwei Möglichkeiten. Mit dem Boot flussaufwärts bis zum Wasserfall. Oder mit Auto und zu Fuss zum Kopf der Fälle.

Die Boote starten in Paraa und brauchen für die gut ein Dutzend Kilometer eine knappe Stunde flussaufwärts. Die Boote verkehren normalerweise am Vormittag und am Nachmittag. Die Rundtour dauert um die drei Stunden.

Reissende Stromschnellen

Dabei kann das Boot jedoch nicht bis ‚unter‘ die Wasserfälle in der unmittelbaren Nähe der kochenden Prallzone fahren. Die Strömung des Auslaufs mit seinen reissenden Stromschnellen und gefährlichen Strudeln lassen Boote nur bis etwa 200 oder 300 Meter heran. Der Lärm ist gewaltig und aus dem Freifall wehen zerstäubte Wassertropfen (Weisswasser) heran. Das hat auch zur Bildung eines speziellen Mikroklimas geführt: feucht und kalt-frisch.

Vom Boot aus kann man auf einem glitschigen Pfad hoch zum Kopf des Wasserfalls gehen. Oben blickt man auf die Fallzone im Durchbruch: eine gewaltige Manifestation an ungezügelter Naturkraft. Die Wasserpassage durch das Basaltgestein wird ‚Devil’s Cauldron‘ (Kochtopf des Teufels) des Teufels) genannt.  Hier will man nicht baden gehen. Von dieser Wasserkraft träumt jeder Feuerwehrmann.

Oft steigt Spritzwasser auch in nebelartigen Wolken hoch. Lichte Wassergebilde von mystischer Dimension. Was von dieser Urgewalt in Erinnerung bleibt, ist sicher das stete, ohrenbetäubende Donnern der wilden Wassermassen.

Früher wurden die Fälle Karuma Falls genannt nach dem Namen eines Dorfes in der Nähe. Zu Ehren des britischen Geologen und Vorsitzenden der Royal Geographical Society Sir Roderick Murchison umgetauft, der aber ’seine‘ Fälle nie besuchte.

Auf der gemächlichen Rückfahrt des Bootes auf dem Nil kann man ein ‚Nile-Beer‘ trinken und die Zeitung ‚Nile-Post‘ lesen. Mehr Nil geht nicht.

 

220 Budongo Waldgebiet – Kaniyo Pabidi

Das Feuchtwaldgebiet von Budongo liegt gleich südlich des Murchison Nationalparks.

Das rund 800 km2 grosse Budongo Forest Reserve unterliegt starkem Druck der umliegenden Bevölkerung für Landrodung und Herstellung von Holzkohle.

Schimpanse Uganda www.afrikatravel.chDie hier vorkommenden drei Arten Mahagony wurden in der Vergangenheit ausnehmend ausgebeutet, sodass heute nur noch kleine Restbestände der mächtigen Bäume stehen.

Das Budongo Waldgebiet untersteht der Staatsbehörde National Forestry Authority. In der Zone spielt die Budongo Conservation Field Station seit Jahrzehnten eine wesentliche Rolle: sie erforscht, schützt und organisiert Aktivitäten im Waldgebiet.

Vom einst immergrünen Laubwald, der sich in mehreren Hügelwellen zum Lake Albert neigt, sind nur noch Restbestände übrig. Trotzdem ist die Vogelwelt weiterhin reichhaltig und Gruppen von Schimpansen haben ebenfalls überlebt. Es finden sich um die 800 Schimpansen im Gebiet. Drei Gruppen zu je rund 90 Tieren wurden an Menschen gewöhnt und sind im Waldteil Kaniyo Pabidi auf geführten Schimpansen-Trekking-Touren besuchbar.

Hier leben auch andere Affenarten wie Colobus guereza (Black and white Colobus monkey), Cercopithecus mitis (Blue monkey) und Cercopithecus ascanius (Red-tail monkey) ebenso wie seltene Meerkatzen (Uganda Mangabe).

 

200 Bugungu Wildlife Reserve

Bugungu Wildlife Reserve

Bugungu ist ein Teil des Murchison Falls Conservation Area, das aus mehreren Sektoren besteht: der Murchison Falls National Park, das Karuma Wildlife Reserve und das Bugungu Wildlife Reserve.

Wasserbock Uganda Bugungu Wildlife ReserveBugungu wurde 1963 als kontrolliertes Jagdgebiet ausgegrenzt und 1968 zu einem Wildlife Reserve umdeklariert. Das rund 500 km2 grosse Bugungu-Gebiet liegt südlich des Victoria Nils und östlich des Albertsees und schliesst sich nahtlos an den Murchison Falls Nationalpark an. Lichter Wald, Savanne bis hin zu Sumpfgebiet entlang des Albertsees machen die Landschaft aus.

Hier leben Löwen und Elefanten, Waterbucks, Oribis-Gazellen, Uganda Knob, Hartebeest und Nilpferde. Ebenso Schimpansen und 240 Vogelarten wie auch der Shoebill Stork (Schuhschnabelstorch).

Es finden sich aber auch Dörfer und Weiler im Schutzgebiet, das auch als Schutzpuffer zwischen dem National Park und dem Albertsee dient.

 

230 Budongo Schimpansen Trekking

Der Budongo Wald ist Besuchern bekannt wegen den dort lebenden Schimpansenfamilien.

Gleich anschliessend südlich an den Murchison National Park liegt das Budongo Gebiet.

Natürlich bietet dieses in Uganda grösste Waldgebiet seiner Art mehr als ’nur Schimpansen‘. Nebst der Flora sind die Vogelarten erwähnenswert, ebenso Schmetterlinge. Die meisten Besucher jedoch kommen wegen den Schimpansen und finden sie im Kaniyo Pabidi Forest.

Schimpansen Uganda Muchison National Park BugondoDrei Schimpansen-Familien wurden an Menschen gewöhnt: die Communities von Sonso, Waibira und Kaniyo-Pabidi. Jede Gemeinschaft besteht aus mehreren Dutzend Individuen. Die Einzeltiere haben individuelle Namen und werden intensiv beobachtet.

Eine Liste der Schimpansen-Individuen mit Altersangaben findet sich auf der Homepage der Forschungsstation http://www.budongo.org/about/documents-and-guidelines/ In der Forschungsstation ist ein kleines Museum eingerichtet und ein Herbarium. Die Forschungsstation organisiert aber keine Touren zu den Schimpansen.

Besuche bei den Schimpansengruppen werden von der Eco Lodge Budongo organisiert. Die Wandertouren durch den Wald dauern zwischen 2 und 6 Stunden. Angekommen bei einer Schimpansenfamilie darf man eine Stunde mit ihr verweilen. Während der von einem Ranger begleiteten Tour sind natürlich auch weitere Tiere zu sehen, ob Black-and-White Colobus Monkeys oder Red-tailed Monkeys und auch viele der 360 Vogelarten.

Weil das Gelände nicht hügelig ist, ist Budongo wohl die angenehmste Art, Schimpansen zu erkunden. Übrigens teilen Schimpansen 98.4% der DNA mit Menschen: unsere nächsten Verwandten.

 

260 Hoima und Bugoma Wald

Hoima ist eine unscheinbare Stadt im westlichen Uganda.

Sie liegt hoch über dem Rift Valley und dem Lake Albert.

Die Stadt gelangte urplötzlich in den nationalen Blickpunkt, weil Öl gefunden wurde. Politischer Druck und wirtschaftliche Interessen liegen nun wie ein Fluch über der Stadt und der Region.

Bienenfresser UgandaHoima soll der Hub für das ugandische Öl werden. Geplant sind Pipelines in der Region und bis nach Tanzania für den Export. Dass diese Interessen in Konflikt mit Naturfragen gerieten, ist unausweichlich.

Südwestlich von Hoima befindet sich das Waldgebiet von Bugoma mit reicher Tierwelt so auch Schimpansen. Umweltschützer setzen sich seit langer Zeit dafür ein, Waldkorridore für die Inseln mit Schimpansen zu errichten – oder zumindest zu erhalten. Ideal wäre ein Korridor für Wildtiere zwischen Budongo (Murchison Falls Nationalpark) über Bugoma nach Südwesten bis Semliki.

Doch 2020 wurde Land zur Rodung freigegeben, um Zuckerrohrplantagen zu erstellen. 1990 waren noch 24% der Landesfläche Ugandas mit Wald bedeckt. 2015 nur noch 9%

 

265 Geologie von Uganda

Als ob ein Erdgeist am Erdtuch Kenyas ziehen würde, zerreisst die Oberfläche.

Ein gewaltiger Riss zieht sich von Libanon ins Rote Meer und durch Ostafrika hinab nach Mozambique. Ein zweiter Riss verläuft ab Äthiopien durch Kenya nach Zanzibar. In geologischer Zukunft werden Kenya und Somalia eine Insel sein und Uganda wohl auch.

Geologie Uganda, Rift Valley, SavanneDie Prozesse im westlichen Rift Valley (Albertine Rift) und im kenyanischen Rift Valley (Gregory Rift) beeinflussen jedoch die Randgebiete Ugandas erheblich. So auch durch vulkanische Aktivitäten.

Westlich und östlich lenken Berge und das Riftvalley das Regenwasser in Seen und Flüsse. Als geologische Schramme verläuft das Rift Valley von Nord nach Süd und bildet mehr oder weniger die Grenze zum Kongo. Im Süden bilden uralte Vulkankegel eine Gebirgsgrenze zu Ruanda. An der Grenze zu Kenya steht der Mount Elgon wie ein einsamer Wächter. Die Nordgrenze zum Südsudan entstand zufällig in den Wirrungen der lokalen und kolonialen Kräfteverhältnissen.

Uganda ist ein riesiger Waschtrog, dessen Wasser einzig durch den Nil abfliesst. Dieses Becken liegt auf uralten Gesteinen des Afrikanischen Kontinentalschildes (Kraton). Die 2,5 Milliarden alten Gesteine gehören zu den stabilsten Elementen der Erdkruste. Die Geologie von Uganda ist äusserst vielfältig und reicht von alten Gesteinen bis zu jüngeren vulkanischen Formationen. Diese Vielzahl an Gesteinen bewirkt, dass Uganda reich an Bodenschätzen ist: Gold, Kupfer, Erdöl, Erdgas, Salz und Kalkstein.

In erdgeschichtlichen Zeiten floss der Victoriasee nach Westen in den Kongo und mithin in den Atlantik. Das belegt das Katonga Tal, das in ostwestlicher Richtung verläuft. Es verbindet den Viktoriasee mit dem Georgsee.

Mit der Entstehung des Ostafrikanischen Grabenbruchs wurden die Ränder der Bruchkanten angehoben. Der Victoriasee suchte sich mit dem Victoria Nil einen neuen Ausfluss.
Die Fliessrichtung des Katonga Fluss wurde in eine Ost- und in eine Westrichtung aufgeteilt. Die Teilung erfolgt im Sumpfgebiet beim Katonga Wildlife Reserve. Hier fliesst das Wasser manchmal nach Westen in den Georgsee und manchmal nach Osten in den Viktoriasee.
Die Tektonik der Geologie hat die Fliessrichtung auch von weiteren Flüssen umgedreht: Kafu (Kyogasee), Nkusi (Albertsee), Kagera und Ruizi.


Kastentext: Kraterseen

Markantes Zeichen der Vulkane sind die 81 Kraterseen im Südwesten von Uganda. Sie finden sich in Gruppierungen an vier Orten:

  • Katwe Crater Lakes – Queen Elizabeth National Park (8 Kraterseen)
  • Bunyaraguru Craters nahe – Queen Elizabeth Park (30 Kraterseen)
  • Ndale – Kasenda Craters – Fort Portal und Kibale Forest (36 Kraterseen)
  • Fort Portal Craters in der Nähe von Fort Portal (7 Kraterseen)

Sie werden als maar lakes klassifiziert. Normalerweise beinhalten sie trinkbares Wasser. Doch die acht Katwe-Kraterseen und drei der Bunyaraguru-Kraterseen sind sehr salzhaltig.


Kastentext: Geo Parks

Die äusserst interessante Geologie Ugandas lädt geradezu ein, Geo Parks zu errichten, um Einblicke in die Erdgeschichte zu ermöglichen. Sie bestehen zwar noch nicht, aber vorgeschlagen sind folgende geologisch interessante Gebiete in Uganda.

Nyero Rock Felsenhöhen und Höhlenmalereien

Napak Vulkan

Bukwa Fossilfunde

Nkondo-Kaiso Fossilfunde

Kisegi-Nyabusosi Fossilfunde

NyakasuraHöhlen mit Höhlenmineralien

 

160 Ziwa Rhino Sanctuary

Nashörner waren in Uganda ausgestorben.

Dank südafrikanischer Privatinitiative und südafrikanischen Nashörnern ist das Ziwa Rhino Sanctuary ein Schutzgebiet für Breitmaulnashörner in Uganda.

Ziwa Rhino Sanctuary UgandaDas Ziwa Rhino Sanctuary wurde im Jahr 2005 gegründet und befindet sich in der Nakasongola-Region im Zentrum des Landes, etwa 176 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala. Das Schutzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 70 Quadratkilometern. Es ist der einzige Ort in Uganda, wo Nashörner zu beobachten sind.

Das Hauptziel des Ziwa Rhino Sanctuary ist der Schutz und die Erhaltung der gefährdeten Breitmaulnashörner. Breitmaulnashörner galten in Uganda lange Zeit als ausgestorben. Vor allem die unsicheren Zeiten während und nach der Terrorherrschaft von Idi Amin in den 1970er Jahren führten zu einem regelrechten Abschlachten von Wildtieren. Armee, Rebellen und marodierende Soldaten der vielen ‚Befreiungsarmeen‘ bedienten sich hemmungslos an Wildfleisch aller Art.

Erst um die Jahrtausendwende kehrte wieder zunehmend Stabilität nach Uganda zurück. Das ist primär das Verdienst von Staatspräsident Yoweri Museveni, der 1986 mit militärischer Hilfe ins Amt kam. Seine Verdienste sind gewaltig, seine Schattenseiten ebenso. Mit zunehmender Abendsonne werden sie für den nunmehr 80-Jährigen Politiker-Diktator allerdings immer länger.

Tatsache aber ist, dass Uganda erhebliche Anstrengungen machte und macht, um seine Naturgebiete und Wildtiere zu schützen. Viele der Nationalparks – vor 60 Jahren leergeschossen – erfreuen sich über einen variationsreichen Tierbestand. Wilderei bleibt hier und dort ein Problem, weil die Lokalbevölkerung nach wie vor ‚bushmeat‘ liebt und oft auch wenig Alternativen hat.

Wiederansiedlung

Es gab keine Nashörner mehr in Uganda vor 60 Jahren. Doch 2006 führte das Ziwa-Projekt sechs Rhinos aus Südafrika ein und startete ein erfolgreiches Zuchtprogramm.

Die Nashörner im Ziwa Rhino Sanctuary leben mehr oder weniger in Freiheit, werden aber von erfahrenen Wildhütern überwacht, um sie vor Wilderei zu bewahren.

Besucher des Ziwa Rhino Sanctuary können eine geführte Wanderung unternehmen, um die Breitmaulnashörner zu beobachten. Während der Wanderung erklären die Ranger den Besuchern die Lebensweise und das Verhalten der Nashörner sowie die Herausforderungen, die diese faszinierenden Tiere in der heutigen Zeit überwinden müssen.

Das Ziwa Rhino Sanctuary ist heute ein gut organisiertes Unternehmen, das nebst den Wanderungen zu den Nashörnern auch Restaurants und einen Hotelbetrieb betreibt.