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220 Budongo Waldgebiet – Kaniyo Pabidi

Das Feuchtwaldgebiet von Budongo liegt gleich südlich des Murchison Nationalparks.

Das rund 800 km2 grosse Budongo Forest Reserve unterliegt starkem Druck der umliegenden Bevölkerung für Landrodung und Herstellung von Holzkohle.

Schimpanse Uganda www.afrikatravel.chDie hier vorkommenden drei Arten Mahagony wurden in der Vergangenheit ausnehmend ausgebeutet, sodass heute nur noch kleine Restbestände der mächtigen Bäume stehen.

Das Budongo Waldgebiet untersteht der Staatsbehörde National Forestry Authority. In der Zone spielt die Budongo Conservation Field Station seit Jahrzehnten eine wesentliche Rolle: sie erforscht, schützt und organisiert Aktivitäten im Waldgebiet.

Vom einst immergrünen Laubwald, der sich in mehreren Hügelwellen zum Lake Albert neigt, sind nur noch Restbestände übrig. Trotzdem ist die Vogelwelt weiterhin reichhaltig und Gruppen von Schimpansen haben ebenfalls überlebt. Es finden sich um die 800 Schimpansen im Gebiet. Drei Gruppen zu je rund 90 Tieren wurden an Menschen gewöhnt und sind im Waldteil Kaniyo Pabidi auf geführten Schimpansen-Trekking-Touren besuchbar.

Hier leben auch andere Affenarten wie Colobus guereza (Black and white Colobus monkey), Cercopithecus mitis (Blue monkey) und Cercopithecus ascanius (Red-tail monkey) ebenso wie seltene Meerkatzen (Uganda Mangabe).

 

185 Idi Amin

Die nördlichen Gebiete Ugandas werden seit jeher von Niloten bewohnt, eher kriegerische halbnomadische Viehzüchter, die sich immer wieder gegen Sklavenjäger durchsetzen mussten.

Die britische Kolonialadministration rekrutierte ihre Polizisten und Soldaten bevorzugt aus diesen Regionen.

Uganda KrokodilSo auch Idi Amin. Er wurde im West Nile geboren, machte eine bescheidene Karriere bei der britischen Armee und nach der Unabhängigkeit (1962) eine steile Karriere. Sodass er sich 1971 an die Macht putschte. Danach entfaltete er seine Brutalität in ungeahnter Weise. 1972 verbannte er die Asiaten aus Uganda, was zu einem dramatischen wirtschaftlichen Niedergang führte. In Idi Amins Zeit fällt auch die von den Israelis beendete Flugzeugentführung in Entebbe (1976).

Der ‚Schlächter von Afrika‚ liess hunderttausende Menschen ermorden, seine bestialische Diktatur riss das einst blühende Uganda in den Abgrund. Die Gräueltaten vor 50 Jahren sind noch heute in den Köpfen der Ugander verankert.

Als er das tansanische Kagera-Gebiet westlich des Victoriasees besetzte, schlug Tansania 1979 zurück. Idi Amin floh und starb 2003 im Exil in Saudi-Arabien.

An die Macht kam Miton Obote, den Idi Amin 1971 weggeputscht hatte. Auch Obote war vor dem Putsch und nach der Wiedererlangung der Macht in keinster Weise ein Vorzeigepräsident. In langwierigen Kämpfen unterlag er schliesslich 1986 Yoweri Museveni, der bis heute Präsident Ugandas ist. Museveni kam mit Waffen an die Macht, liess sich dann mehrmals mehr oder weniger demokratisch zum Präsidenten wählen. Seine vernünftige Wirtschaftspolitik liess das Land wieder erblühen und die Vertreibung der Rebellengruppe ‚Lord’s Resistance Army‘ brachte Sicherheit in den Norden Ugandas. Doch auch an ihm kleben viele dunkle Schatten, so etwas Einflussnahmen im Kongo, Korruption und Günstlingswirtschaft, moralische Fragen, Pressefreiheit.

Noch heute ist der Name Idi Amin fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Allerdings ist zu sagen, dass diese Ereignisse ein halbes Jahrhundert zurück liegen und die grosse Mehrheit der Ugander diese schrecklichen Zeiten nur noch aus Erzählungen der Eltern oder Grosseltern kennt. 

 

195 Murchison Falls National Park

Die Murchison Falls sind sicher ein Highlight einer Tour durch Uganda, ebenso aber die geschützten Landschaften des Murchison Falls National Parks.

Der Victoria Nil durchquert den Park auf rund 100 km von Ost nach West, die Wasserfälle befinden sich im nördlichen Teil des Parks.
Der Park besteht aus Savanne im Norden und Waldgebieten im südlichen Teil. Dazu Sumpflandschaften und Uferzonen.

Elenantilope Uganda Muchison National ParkDer Murchison Falls National Park ist flächenmässig etwa so gross wie das Wallis, den drittgrössten Kanton der Schweiz. Der Murchison National Park umfasst Gebiete nördlich des Victoria Nils zwischen der Karuma Brücke und den Wasserfällen und Pakwach am Albert Nil. Dazu gehört auch das Buligi-Gebiet zwischen Albert Nil und dem Victoria Nil mit dem Victoria Nil Delta. Südlich des Victoria Nils befindet sich die Hauptmasse des Parks.

Im Westen wird er begrenzt durch die Mischzone von Bugungu: hier leben auch Menschen und ihr Landbedarf drückt gegen das Naturschutzgebiet an. Zudem hat man hier Erdölvorkommen entdeckt: ein Konflikt zwischen Naturerhaltung und Ökonomie.

Südlich und östlich des Murchison National Parks sind Pufferzonen eingerichtet: geschützte Zonen, aber nicht mehr unter direkter Parkverwaltung. Im Südwesten befindet sich das Bugungu Wildlife Reserve (750 km2). Die Südgrenze des Murchison Parks geht über in den Kaniyo Pabidi Forest. Die Südost- und Ostseite gehen in den Karuma Wildlife Reserve (720 km2) über.

In dieser etwas komplizierten Geografie finden sich unterschiedliche Biotope und somit auch verschiedene Wildtiere. 144 Arten insgesamt an Säugetieren. Dazu Vögel, Reptilien und Amphibien. So gut wie alle Tierarten leben hier, sogar Giraffen. Aber keine Zebras.

Komplizierte Verwaltung

Der Murchison National Park setzt sich aus unterschiedlich verwalteten Gebieten zusammen. Dies ist aus der Entstehungsgeschichte des Parks zu erklären. Und auch aus dem Bevölkerungsdruck auf den südlichen Teil des Parks.

Generell ist zu sagen, dass diese Zone in den wirren 1970er und 1980er Jahre das Revier von herumstreuenden Soldaten und Rebellen war. Sie schossen fast den gesamten Bestand zusammen. Seit der Beruhigung von Uganda ab den 1990er Jahren hat sich der Tierbestand erheblich entwickelt, auch dank aktivem Tierschutz und einer vehemente Kontrolle der Wilderei.

So ist der Besuch dieser Nordwestregion nicht nur ein atemberaubendes Erlebnis der wilden Wasserfälle, sondern auch eine phantastische Gelegenheit, auf Pirschfahrten Wildtiere aller Art zu entdecken. Auch für Vogelbeobachter ist der Murchison National Park ein Highlight. In den Sümpfen am Lake Albert sind sogar stolze Vertreter der stoischen Schuhschnabel zu sehen.

Karte der Gebiete im Murchison National Park:

Murchison National Park Uganda

 

200 Bugungu Wildlife Reserve

Bugungu Wildlife Reserve

Bugungu ist ein Teil des Murchison Falls Conservation Area, das aus mehreren Sektoren besteht: der Murchison Falls National Park, das Karuma Wildlife Reserve und das Bugungu Wildlife Reserve.

Wasserbock Uganda Bugungu Wildlife ReserveBugungu wurde 1963 als kontrolliertes Jagdgebiet ausgegrenzt und 1968 zu einem Wildlife Reserve umdeklariert. Das rund 500 km2 grosse Bugungu-Gebiet liegt südlich des Victoria Nils und östlich des Albertsees und schliesst sich nahtlos an den Murchison Falls Nationalpark an. Lichter Wald, Savanne bis hin zu Sumpfgebiet entlang des Albertsees machen die Landschaft aus.

Hier leben Löwen und Elefanten, Waterbucks, Oribis-Gazellen, Uganda Knob, Hartebeest und Nilpferde. Ebenso Schimpansen und 240 Vogelarten wie auch der Shoebill Stork (Schuhschnabelstorch).

Es finden sich aber auch Dörfer und Weiler im Schutzgebiet, das auch als Schutzpuffer zwischen dem National Park und dem Albertsee dient.

 

230 Budongo Schimpansen Trekking

Der Budongo Wald ist Besuchern bekannt wegen den dort lebenden Schimpansenfamilien.

Gleich anschliessend südlich an den Murchison National Park liegt das Budongo Gebiet.

Natürlich bietet dieses in Uganda grösste Waldgebiet seiner Art mehr als ’nur Schimpansen‘. Nebst der Flora sind die Vogelarten erwähnenswert, ebenso Schmetterlinge. Die meisten Besucher jedoch kommen wegen den Schimpansen und finden sie im Kaniyo Pabidi Forest.

Schimpansen Uganda Muchison National Park BugondoDrei Schimpansen-Familien wurden an Menschen gewöhnt: die Communities von Sonso, Waibira und Kaniyo-Pabidi. Jede Gemeinschaft besteht aus mehreren Dutzend Individuen. Die Einzeltiere haben individuelle Namen und werden intensiv beobachtet.

Eine Liste der Schimpansen-Individuen mit Altersangaben findet sich auf der Homepage der Forschungsstation http://www.budongo.org/about/documents-and-guidelines/ In der Forschungsstation ist ein kleines Museum eingerichtet und ein Herbarium. Die Forschungsstation organisiert aber keine Touren zu den Schimpansen.

Besuche bei den Schimpansengruppen werden von der Eco Lodge Budongo organisiert. Die Wandertouren durch den Wald dauern zwischen 2 und 6 Stunden. Angekommen bei einer Schimpansenfamilie darf man eine Stunde mit ihr verweilen. Während der von einem Ranger begleiteten Tour sind natürlich auch weitere Tiere zu sehen, ob Black-and-White Colobus Monkeys oder Red-tailed Monkeys und auch viele der 360 Vogelarten.

Weil das Gelände nicht hügelig ist, ist Budongo wohl die angenehmste Art, Schimpansen zu erkunden. Übrigens teilen Schimpansen 98.4% der DNA mit Menschen: unsere nächsten Verwandten.

 

260 Hoima und Bugoma Wald

Hoima ist eine unscheinbare Stadt im westlichen Uganda.

Sie liegt hoch über dem Rift Valley und dem Lake Albert.

Die Stadt gelangte urplötzlich in den nationalen Blickpunkt, weil Öl gefunden wurde. Politischer Druck und wirtschaftliche Interessen liegen nun wie ein Fluch über der Stadt und der Region.

Bienenfresser UgandaHoima soll der Hub für das ugandische Öl werden. Geplant sind Pipelines in der Region und bis nach Tanzania für den Export. Dass diese Interessen in Konflikt mit Naturfragen gerieten, ist unausweichlich.

Südwestlich von Hoima befindet sich das Waldgebiet von Bugoma mit reicher Tierwelt so auch Schimpansen. Umweltschützer setzen sich seit langer Zeit dafür ein, Waldkorridore für die Inseln mit Schimpansen zu errichten – oder zumindest zu erhalten. Ideal wäre ein Korridor für Wildtiere zwischen Budongo (Murchison Falls Nationalpark) über Bugoma nach Südwesten bis Semliki.

Doch 2020 wurde Land zur Rodung freigegeben, um Zuckerrohrplantagen zu erstellen. 1990 waren noch 24% der Landesfläche Ugandas mit Wald bedeckt. 2015 nur noch 9%

 

265 Geologie von Uganda

Als ob ein Erdgeist am Erdtuch Kenyas ziehen würde, zerreisst die Oberfläche.

Ein gewaltiger Riss zieht sich von Libanon ins Rote Meer und durch Ostafrika hinab nach Mozambique. Ein zweiter Riss verläuft ab Äthiopien durch Kenya nach Zanzibar. In geologischer Zukunft werden Kenya und Somalia eine Insel sein und Uganda wohl auch.

Geologie Uganda, Rift Valley, SavanneDie Prozesse im westlichen Rift Valley (Albertine Rift) und im kenyanischen Rift Valley (Gregory Rift) beeinflussen jedoch die Randgebiete Ugandas erheblich. So auch durch vulkanische Aktivitäten.

Westlich und östlich lenken Berge und das Riftvalley das Regenwasser in Seen und Flüsse. Als geologische Schramme verläuft das Rift Valley von Nord nach Süd und bildet mehr oder weniger die Grenze zum Kongo. Im Süden bilden uralte Vulkankegel eine Gebirgsgrenze zu Ruanda. An der Grenze zu Kenya steht der Mount Elgon wie ein einsamer Wächter. Die Nordgrenze zum Südsudan entstand zufällig in den Wirrungen der lokalen und kolonialen Kräfteverhältnissen.

Uganda ist ein riesiger Waschtrog, dessen Wasser einzig durch den Nil abfliesst. Dieses Becken liegt auf uralten Gesteinen des Afrikanischen Kontinentalschildes (Kraton). Die 2,5 Milliarden alten Gesteine gehören zu den stabilsten Elementen der Erdkruste. Die Geologie von Uganda ist äusserst vielfältig und reicht von alten Gesteinen bis zu jüngeren vulkanischen Formationen. Diese Vielzahl an Gesteinen bewirkt, dass Uganda reich an Bodenschätzen ist: Gold, Kupfer, Erdöl, Erdgas, Salz und Kalkstein.

In erdgeschichtlichen Zeiten floss der Victoriasee nach Westen in den Kongo und mithin in den Atlantik. Das belegt das Katonga Tal, das in ostwestlicher Richtung verläuft. Es verbindet den Viktoriasee mit dem Georgsee.

Mit der Entstehung des Ostafrikanischen Grabenbruchs wurden die Ränder der Bruchkanten angehoben. Der Victoriasee suchte sich mit dem Victoria Nil einen neuen Ausfluss.
Die Fliessrichtung des Katonga Fluss wurde in eine Ost- und in eine Westrichtung aufgeteilt. Die Teilung erfolgt im Sumpfgebiet beim Katonga Wildlife Reserve. Hier fliesst das Wasser manchmal nach Westen in den Georgsee und manchmal nach Osten in den Viktoriasee.
Die Tektonik der Geologie hat die Fliessrichtung auch von weiteren Flüssen umgedreht: Kafu (Kyogasee), Nkusi (Albertsee), Kagera und Ruizi.


Kastentext: Kraterseen

Markantes Zeichen der Vulkane sind die 81 Kraterseen im Südwesten von Uganda. Sie finden sich in Gruppierungen an vier Orten:

  • Katwe Crater Lakes – Queen Elizabeth National Park (8 Kraterseen)
  • Bunyaraguru Craters nahe – Queen Elizabeth Park (30 Kraterseen)
  • Ndale – Kasenda Craters – Fort Portal und Kibale Forest (36 Kraterseen)
  • Fort Portal Craters in der Nähe von Fort Portal (7 Kraterseen)

Sie werden als maar lakes klassifiziert. Normalerweise beinhalten sie trinkbares Wasser. Doch die acht Katwe-Kraterseen und drei der Bunyaraguru-Kraterseen sind sehr salzhaltig.


Kastentext: Geo Parks

Die äusserst interessante Geologie Ugandas lädt geradezu ein, Geo Parks zu errichten, um Einblicke in die Erdgeschichte zu ermöglichen. Sie bestehen zwar noch nicht, aber vorgeschlagen sind folgende geologisch interessante Gebiete in Uganda.

Nyero Rock Felsenhöhen und Höhlenmalereien

Napak Vulkan

Bukwa Fossilfunde

Nkondo-Kaiso Fossilfunde

Kisegi-Nyabusosi Fossilfunde

NyakasuraHöhlen mit Höhlenmineralien

 

170 Royal Mile und birding in Uganda

Royal Mile und birding in Uganda

Uganda KronenkranichDie Royal Mile liegt 60 km östlich vom Budongo-Wald: den königlichen Namen gab ihm der damalige Lokalherrscher Kabalega. Er soll die Strasse durch den Waldabschnitt angelegt haben, um Zeit und Musse mit Vögeln zu verbringen. (Als Gegner der britischen Einflussnahme wurde er 1899 auf die Seychellen verbannt. Er sah sein Heimat nie wieder.)

Der mystisch-zeremonielle Ruf schonte den Wald in der traditionellen Gemeinschaft der Umgebung. Erhalten ist ein kleines Bijou voller Vogelwunder.

Ein Spaziergang auf dem flachen Gelände mit oder ohne Kamera und Feldstecher zeigt eine Oase der Friedfertigkeit, untermalt mit Vogelgesang aller Art. Auch Nicht-Ornithologen entdecken hier ein Stück heilsame Natur für Seele und Herz.

Die Naturpiste führt zum Fluss Sonso, ein kleines Gewässer, das aber bei den Kingfisher sehr beliebt ist. Die Royal Mile in Uganda zählt in Uganda zu einem der beliebtesten Orten für Ornithologen. Über 500 Arten wurden auf der Royal Mile in Uganda beobachtet.

Uganda ist ein weltweiter Hotspot für Ornithologen. Hier leben 1’058 erfasste Vogelarten. Dies entspricht 11% aller Arten der Welt. 50% aller Vogelarten Afrikas sind hier zu erleben.

Ornithologen loben das Waldgebiet von Bwindi und den Queen Elizabeth National Park als Vogelparadiese, aber auch den Kibale Forest National Park und vor allem den Semliki Valley National Park. Ebenso den Lake Mburo und die Gegend des Murchison Falls National Park.

Uganda ist die Schnittstelle zwischen Wüsten im Norden, dichtem Regenwald im Westen und Savannen im Osten. Zudem erheben sich mehrere Bergmassive. Diese grosse Variation an Landschaften bietet sehr verschiedenartigen Vögeln Lebensraum.

Der unumstrittene Charaktervogel ist der Schuhschnabel. Sein ernstes Gesicht und seine Bewegungslosigkeit zieht nicht nur Fotografen in den Bann. Der Einzelgänger kann in sumpfigen Biotopen an mehreren Stellen in Uganda beobachtet werden.

Der königlich stolze Kronenkranich mit seiner gelb-weissen Federkrone ist das Staatsemblem von Uganda und hat es sogar in die schwarz-gelb-rote Flagge geschafft. Sein majestätischer Schritt und sein edel erhobenes Haupt machen ihn zum Highlight jeder Vogelsafari.

 

160 Ziwa Rhino Sanctuary

Nashörner waren in Uganda ausgestorben.

Dank südafrikanischer Privatinitiative und südafrikanischen Nashörnern ist das Ziwa Rhino Sanctuary ein Schutzgebiet für Breitmaulnashörner in Uganda.

Ziwa Rhino Sanctuary UgandaDas Ziwa Rhino Sanctuary wurde im Jahr 2005 gegründet und befindet sich in der Nakasongola-Region im Zentrum des Landes, etwa 176 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala. Das Schutzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 70 Quadratkilometern. Es ist der einzige Ort in Uganda, wo Nashörner zu beobachten sind.

Das Hauptziel des Ziwa Rhino Sanctuary ist der Schutz und die Erhaltung der gefährdeten Breitmaulnashörner. Breitmaulnashörner galten in Uganda lange Zeit als ausgestorben. Vor allem die unsicheren Zeiten während und nach der Terrorherrschaft von Idi Amin in den 1970er Jahren führten zu einem regelrechten Abschlachten von Wildtieren. Armee, Rebellen und marodierende Soldaten der vielen ‚Befreiungsarmeen‘ bedienten sich hemmungslos an Wildfleisch aller Art.

Erst um die Jahrtausendwende kehrte wieder zunehmend Stabilität nach Uganda zurück. Das ist primär das Verdienst von Staatspräsident Yoweri Museveni, der 1986 mit militärischer Hilfe ins Amt kam. Seine Verdienste sind gewaltig, seine Schattenseiten ebenso. Mit zunehmender Abendsonne werden sie für den nunmehr 80-Jährigen Politiker-Diktator allerdings immer länger.

Tatsache aber ist, dass Uganda erhebliche Anstrengungen machte und macht, um seine Naturgebiete und Wildtiere zu schützen. Viele der Nationalparks – vor 60 Jahren leergeschossen – erfreuen sich über einen variationsreichen Tierbestand. Wilderei bleibt hier und dort ein Problem, weil die Lokalbevölkerung nach wie vor ‚bushmeat‘ liebt und oft auch wenig Alternativen hat.

Wiederansiedlung

Es gab keine Nashörner mehr in Uganda vor 60 Jahren. Doch 2006 führte das Ziwa-Projekt sechs Rhinos aus Südafrika ein und startete ein erfolgreiches Zuchtprogramm.

Die Nashörner im Ziwa Rhino Sanctuary leben mehr oder weniger in Freiheit, werden aber von erfahrenen Wildhütern überwacht, um sie vor Wilderei zu bewahren.

Besucher des Ziwa Rhino Sanctuary können eine geführte Wanderung unternehmen, um die Breitmaulnashörner zu beobachten. Während der Wanderung erklären die Ranger den Besuchern die Lebensweise und das Verhalten der Nashörner sowie die Herausforderungen, die diese faszinierenden Tiere in der heutigen Zeit überwinden müssen.

Das Ziwa Rhino Sanctuary ist heute ein gut organisiertes Unternehmen, das nebst den Wanderungen zu den Nashörnern auch Restaurants und einen Hotelbetrieb betreibt.

140 Gulu

Gulu ist eine Stadt im weiten Savannengebiet im Norden Ugandas mit grosser Ausstrahlung für das riesige Hinterland als Verwaltungs- und Nachschubort.

Auch für Schulen und Spitäler. Die geschäftige Stadt ist aufstrebend und weitflächig. Sie wurde 2020 zu Gulu-City erhoben.

Gulu in UgandaDie Region um Gulu ist trocken, aber fruchtbar: Baumwolle, Mais, Sorghum und Tabak werden angebaut. In der Stadt finden sich ein paar Verarbeitungsbetriebe. Die Statue eines Elefanten vor der grossen Markthalle in Gulu ist jedoch anachronisch: in der Region finden sich kaum noch Elefanten.

Gulu war eine wichtige Eisenbahnstation auf der Linie Tororo – Pakwach – Arua Mine. 2013 erreichte der letzte Güterzug Gulu. Die an sich wichtige Nordbahn wurde still gelegt. 2023 begannen jedoch wieder Rehabilitationsarbeiten entlang dieser Strecke: der ‚Northern corridor‘ soll in ein paar Jahren wieder befahrbar werden.

Während Jahrhunderten und besonders die letzten Jahrzehnte war Gulu immer wieder Zufluchtsort für Flüchtlinge, sei es aus dem Sudan oder aus Ruanda. In den wirren Jahren der ‚Lord resistance Army‘ war Gulu sicherer Ort für schutzbedürftige Menschen, vor allem Kinder. Das ist jetzt vorbei.

Gulu ist das jahrhundertealte Zentrum der Ethnie der Acholi, die den Norden Ugandas bis hin in den Südsudan bevölkern. Die nilotischen Acholi haben kulturell mehr Verbindungen zum sudanischen Raum als zu den Ethnien im südlichen Uganda.

Die Acholi sind rurale Leute mit Landwirtschaft und Viehzucht mit kulturell kriegerischer Tendenz. Vor Jahrhunderten wanderten sie aus dem Südsudan ein und befinden sich seither im Übergangsgebiet zweier Kulturen: Niloten aus dem Norden und Bantu aus dem Süden. Acholiland war Jagdgebiet der muslimischen Sklavenhändler aus dem Norden und der kriegerischen Karamojong aus dem Osten.

Britische Kolonialpolitik presste die Acholi in einen Staat. Die Acholi wurden gern als Soldaten und Polizisten eingesetzt und waren/sind bei ihren Landsleuten im Süden Ugandas wenig geschätzt.

Für Reisende ist Gulu bloss eine Zwischenstation für eine Übernachtung. Für die Leute im Acholiland bleibt Gulu in Erinnerung als sicherer Hafen während den wirren Zeiten vor einer oder zwei Generationen.