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440 Bwindi Impenetrable Forest

Das hügelige Gebiet des Bwindi Impenetrable Forest gilt als ältester Wald Ugandas.

In der steilen und dicht bewaldeten Hügelwelt fanden sich während Jahrtausenden nur die dort wohnenden Batwa (Pygmäen) zurecht, für Aussenseiter blieb sie unzugänglich (impenetrable).
Das änderte sich mit der Erforschung der Berggorillas und dem nachfolgenden Tourismus.

Berggorilla im Bwindi Impenetrable Forest in UgandaPlötzlich standen die Gorillas im Scheinwerfer der Aufmerksamkeit – und die Ureinwohner mussten den Wald verlassen.

Der Bwindi Nationalpark ist ein 300km2 grosses Schutzgebiet im Südwesten Ugandas mit dem Ruf, dass dort die Hälfte des Weltbestandes an Berggorillas lebt. Konkret um die 400 Tiere. Berggorillas finden sich im Grossgebiet des Virunga-Gebirges, also in Südwestuganda, Nordruanda und Ostkongo.

Heutzutage ist Bwindi der Kurzbegriff für eine Begegnung mit Gorillas. Das ist ein erhabenes und eindrückliches Erlebnis und für die allermeisten Leute der Grund, die Hügelwanderung zu unternehmen.

Andererseits hat der Bwindi viel mehr zu bieten: uralte Bäume und Baumarten, 90 Säugetierarten und nebst den Gorillas noch rund 10 andere Affenarten. Dann auch Waldelefanten, Antilopen und endemische Vogelarten.


Kastentext: Berggorillas in Zoo
Es ist wichtig zu wissen, dass weltweit keine Berggorillas (mountain gorillas) in Zoos gehalten werden können. Sie adaptieren sich nicht an die Einschränkungen des Zoolebens. Wer im Zoo Gorillas sieht, sieht immer Flachlandgorillas. Westliche Flachlandgorillas finden sich im Zoo von Basel, im Zoo Zürich, in den Zoos von Berlin, Leipzig, Frankfurt und an weiteren Orten.


Berggorillatourismus

Der Berggorillatourismus ist zu wichtigen ökonomischen Pfeilern für Uganda und Ruanda geworden und einer der wenigen Gründe, dazu sogar in den Osten des Kongos zu reisen.

Dieser Besuchsstrom im Bwindi Impenetrable Forest hat sicher zum Schutz der Gorillas beigetragen, wohl auch die Wilderei eingedämmt und Arbeitsmöglichkeiten geschaffen. Andererseits kann der Kontakt zwischen Mensch und Tier Krankheiten übertragen und die Scheu der Primaten reduzieren.

Der Gorillatourismus ist auch Magnet für ortsfremde Zuwanderer, führt zum Bau von Lodges, die sich zuweilen wie Fremdkörper im Umfeld anfühlen.

Die Pro und Contra sind diskussionsbedürftig. Tatsache ist aber, dass die Besuche streng kontrolliert werden, zeitlich und mengenmässig eingeschränkt sind und sehr teuer sind. Das Geld dient hoffentlich zur Erhaltung der Tierart und des Schutzgebietes.

Unter die Räder des Tourismus sind dabei die alten Bewohner der Waldgebiete gekommen: die Batwa. Die Pygmäenvölker wurden zwangsweise aus ihrer angestammten Heimat, den Bwindi Wäldern, verbannt und führen heutzutage ein eher erbärmliches Leben am Waldesrand.

 

430 Ishasha Sector

Im Ishasha Sector verweilen Löwen gern in Bäumen.

Im Südwesten des Queen Elizabeth National Parks befindet sich der Ishasha Sector, im Norden begrenzt durch den Lake Edward und im Westen durch die Staatsgrenze mit der RD Kongo. Dort bildet der Ishasha Fluss die Staatsgrenze zur RD Kongo.

Löwen auf Bäumen Ishasa Sector UgandaDas isolierte Gebiet im Queen Elizabeth National Park und seine offene Savanne ist bekannt dafür, dass dort Löwen auf Bäumen klettern und verweilen. Dieses Phänomen sonst nur an ganz wenigen Stellen zu beobachten. Warum das hier so ist, ist unbekannt. Ob es ist, um Hitze und Fliegen zu entkommen oder Beute zu erspähen?

Löwen brauchen ein Jagdgebiet von um die 40 km2  – natürlich abhängig vom Futterangebot. Ihr bevorzugtes Jagdtier ist der Kob.

 

410 Queen Elizabeth National Park

Es ist nicht verwegen zu sagen, dass der Queen Elizabeth National Park das Kronjuwel aller Nationalparks in Uganda ist.

Hier sind herrliche Landschaften gefüllt mit Tieren aller Art zu erleben. Ein Bilderbuch Afrika.

Elefanten im Queen Elizabeth National Park UgandaDer Park, auch einfach QENP genannt, wurde 1952 gegründet und ist rund 2000 km2 gross. Die Topografie ist variationsreich: von tropischem Regenwald bis Akaziensavanne, von Papyrussümpfen bis hin zu dichtem Buschland. Dazu Vulkankegel und Vulkanseen.

Dies ermöglicht auch das Vorkommen einer breiten Palette an Tieren: rund 100 Säugetierarten und 600 Vogelarten.

Der QENP ist der meistbesuchte Park in Uganda und hat wirkliche Erlebnisse zu bieten. Eine Tour auf dem Kazinga-Kanal, eine Wanderung zu den Schimpansen in der Kyanbura-Schlucht, weite Grasflächen mit Wildtieren aller Art und natürlich die Löwen auf den Feigenbäumen in Ishasha.

Der QENP präsentiert sich zu  jeder Jahreszeit etwas anders: März, April, Mai und August, Oktober und November sind die feuchten Monate. Die anderen Monate sind trocken, wobei Januar und Februar als die trockensten Monate gelten.

Der Nationalpark ist für Besucher gut gerüstet. Es finden sich Lodges aller Art an etlichen Orten. Viele mit weitschweifigen Aussichten über die Gaslandschaft voller Akazien. Zudem führen Pisten durch die ganz unterschiedlichen Vegetationen und Biotope. Ein Aufenthalt im QENP sollte mehrere Tage dauern und Morgen- als auch Nachmittagssafaris beinhalten. Die Pirschfahrten zeigen zu jeder Jahreszeit eine grosse Fülle an Tierreichtum.

Mit auf Safari sollte unbedingt ein Fernglas sein. Ambitionierte Fotografen sollten die entsprechende Technik mitführen. Im Vordergrund sollte aber das unmittelbare Erleben sein. Zu jedem Moment kann eine Hyäne oder ein Löwe den Weg kreuzen, eine Elefantenfamilie des Weges kommen oder Antilopen erschreckt ihre Köpfe heben. Der Queen Elizabeth National Park mag einer der am meisten besuchten Parks in Uganda sein. Überfüllt ist es nicht. Daher ist hier das ungestörte Beobachten afrikanischer Tiere in aller Musse machbar.

 

400 Salzsee von Katwe

Nördlich und mehr noch südlich des Kazinga-Kanals befinden sich Kraterseen, sieben davon sind mit Wasser gefüllt.

Die Überbleibsel von explodierten Vulkanen im Riftvalley sind meist flach und salzhaltig. Wie der Lake Katwe, der Salzsee von Katwe. Er ist der grösste von insgesamt 8 Kraterseen im Katwe-Kikorongo Vulkanfeld.

Der flache, nur 0,4 bis 1,6 Meter tiefe und abflusslose Lake Katwe ist ein alter Vulkankrater, 2,5 km2 und sehr salzhaltig.

Flamingos UgandaDie grosse Salzhaltigkeit wird durch zwei Faktoren begründet. Einerseits wird der See durch 600 m3 Wasser aus mehreren Zuflüssen gespiesen: dieses Wasser ist bereits salzhaltig. So werden 1500 Tonnen Salz in den See pro Jahr eingeschwemmt. Zweitens unterliegt der See einer hohen Verdunstung: er liegt nur 15 km südlich der Äquatorlinie. Zudem wird vermutet, dass salzhaltiges Wasser aus dem Eduardsee, dessen Wasserspiegel 24 Meter höher ist, gedrückt wird.

Drei Arten Salz werden gewonnen: grobkörnige Salzkristalle als Speisesalz mit typischer rosa Färbung, Blöcke aus Steinsalz und salzige Erde für Tierschlecksteine.

Seit Jahrhunderten wird die schwarze Vulkanerde in klar abgegrenzten Salzgärten abgekratzt, um salzhaltige Erdschlacke zu gewinnen. Rings um den 9 km Umfang des Sees befinden sich über 10’000 in individuellem Besitz befindliche Salzgärten. Diese Salzernte ist vornehmlich Frauenarbeit.

Anderswo im See werden grössere Stücke gehauen. Dabei werden Eisenstangen in den Grund gehauen und die Schichtplatten losgedrückt. Diese bis 100 kg schweren Steinsalze werden auf Flössen an Land gebracht. Männerarbeit.

In ähnlicher Art wird in Kiboro am Albertsee seit vielen Jahrhunderten Salz gewonnen. Dies war wohl die grösste Ausbeutestelle vor 200 Jahren und immer schon in den Händen von Frauen. Salz wird auch zu geringerem Mass an anderen Kraterseen gewonnen, so im flachen Lake Bunyampaka am Eduardsee.

Die Produktion von Salz ist wohl die älteste vorindustrielle Aktivität in Uganda, die über ein weitverzweigtes Handelsnetz verfügte. Ugandisches Salz wurde im Fernhandel bis in den Kongo, nach Sudan und Kenya gebracht. Lokal ermöglichte die Salzgewinnung den Leuten einen bescheidenen Wohlstand.

 

390 Kazinga-Kanal

Der kleine Lake George wird durch den natürlichen Kazinga Kanal in den Lake Eduard entwässert.

Diese 32 km (oder 36 km je nach Messort) lange Wasserverbindung hat so gut wie kein Gefälle.

Der Kazinga Kanal führt ganzjährig eine konstante Wassermenge und wird daher von Wildtieren gern genutzt.

Kazinga Kanal UgandaDer Lake George ist ein sehr flacher See von durchschnittlich nur 2,5 Metern Tiefe. Er liegt eingebettet zwischen den steilen Hängen des Riftvalleys gleich zu Füssen der Ruwenzori Berge. Der Durchmesser des Sees ist um die 15 km. 32 Fischarten wurden identifiziert, was auch die hohe Anzahl an fischjagenden Vögeln erklärt. Die Zone ist Heimat von 600 Vogelarten.
Natürlich leben auch die Menschen der Region von Fischfang.

Über den Kanal führt die schmucklose, 90 Meter lange Katungura Brücke, benannt nach dem traditionellen Namen für den Lake George. Die 1954 erbaute Eisenkonstruktion soll bald durch eine neue Brücke ersetzt werden.

Der Kazinga Kanal hat eine durchschnittliche Breite von 1,5 km und eine Tiefe von 3 Metern. Es ist kaum zu glauben, dass sich der Victoriasee vor geologischen Zeiten durch das Katonga-Tal in den unscheibaren Lake George entwässerte und dann durch den Kazinga zum Lake Eduard floss – und dann in die Ebenen des Kongo.

An den Kazinga-Ufern hat sich eine Tier- und Pflanzenwelt erhalten, die seit 1952 unter Schutz steht. Er durchquert den Queen Elisabeth National Park und ist gleichzeitig die Hauptattraktion davon.

An seinen Ufern halten sich grosse Herden Nilpferde auf und sonnen sich Krokodile. In den Schilf- und Marschgebieten wohnen Vögel aller Art. Wildtiere kommen zur Tränke, vom Elefanten über Büffel bis zu Gazellen.

Bootsfahrten auf dem Kazinga-Kanal sind also erlebnisreiche Safaris auf dem Wasser. Dabei gleitet das Boot nahe der Uferzone entlang und die Tiere lassen sich sehr gut beobachten: Nilpferde, Gazellen, Wasservögel, Krokodile, Elefanten. Die ganze Tierwelt Afrikas versammelt sich an dieser natürlichen Tränke.

 

380 Tea Plantations

Rings um den Nordteil des Kibale wellen grossflächige Teeplantagen wie ein Teppich über die hügelige Landschaft.

Tee hat eine eigene Geschichte in Uganda.

Tee UgandaSchon bald war den Briten klar, dass die Region um Fort Portal ein ideales Klima und gute Böden hatte, um Landwirtschaft zu betreiben. Das geschah mit Kaffee, doch die Depression der 1920er Jahre machte die Anstrengungen zunichte.
Zwei findige Engländer begannen vor 100 Jahren, Teebäume aus Indien anzupflanzen. Daraus ist eine stabile Exportwirtschaft entstanden, die nur während der Jahre von Idi Amin quasi zum Erliegen kam.

Heute fährt man von Hoima kommend an den ersten Teeplantagen vorbei. Dort stand auch die erste Teefabrik. Produziert wird allermeist Schwarztee.

Inzwischen ist der nördliche Kibale von Teefeldern umgeben, insgesamt über 40’000 ha. Rund 80’000 Familien leben direkt vom Teeanbau und rund eine Million Leute sind im Teebereich tätig.

Weltweit ist Uganda ein zwar nur kleiner Teeproduzent und steht etwa an 30. Stelle. Die rund 70’000 Tonnen Tee nehmen den 18. Platz im Export ein. Über die Hälfte geht nach Pakistan.

Trotz Monokultur sind die Teeplantagen eine attraktive und photogene Landschaft mit den Ruwenzori-Bergen im Hintergrund. Interessierte können die Teeverarbeitung besichtigen oder gar beim Pflücken helfen.

 

360 Bigodi wetland sanctuary

Ganz anders das Bigodi wetland sanctuary, das östlich des Kibale National Parks liegt.

Das Schutzgebiet von Bigodi beinhaltet den 4 km2 grossen Magombe Sumpf, der vor allem der Vogelwelt gute Lebensbedingungen bietet: um die 140 Arten leben hier. Bäume, Büsche und Sumpfteiche lösen sich ab.

Bigodi UgandaBigodi bedeutet ’sich müde dahinschleppen‘. Heutzutage sind jedoch hölzerne Stege angelegt, um die Niederungen zu durchqueren. Bigodi ist ein gutes Beispiel für ‚community based tourism‘: ein Projekt der lokalen Dorfgemeinschaft zur Generierung von Einkommen.

Die Dorfgemeinschaft organisiert auch Wanderungen ausserhalb des Bigodi: Besuche in Schulen und kocht traditionelle Mahlzeiten. Ebenso werden traditionelle Handwerksfertigkeiten gezeigt.

Interessant auch ein Spaziergang durch das Dorf: es nennt sich Bigodi cultural village. Und warum dort nicht einen Waldkaffee trinken und lokale Kultur atmen?

Bigodi ist ein Grassroot-Projekt mit Vorbildcharakter. Natürlich wurden darüber wissenschaftliche Studien verfasst.

Ein Besuch im Bigodi wetland sanctuary ist die stresslose Variante einer Wanderung durch den Kibale. Im Bigodi kommt ein Urwaldfeeling auf, ohne aber das dunkle Dichtwaldgefühl des Kibale. Hier leben auch Primaten – nur keine Schimpansen.

 

330 Kibale Kraterseen

In Uganda finden sich Ansammlungen von Kraterseen an vier Orten und so auch in Kibale.

Diese Ansammlung von 36 Seen wird Ndale-Kasenda genannt.

Kratersee UgandaDie Kraterseen entstanden durch vulkanische Aktivitäten vor Tausenden von Jahren und bilden heute eine einzigartige Landschaft mit malerischen, oft runden Seen umgeben von grünen Hügeln und üppiger Vegetation.

Einer der Seen, der Nyinambuga Crater Lake, ist auf der roten 20’000 Shilling-Banknote Ugandas abgebildet.
Der Froschsee, so die Übersetzung von Nyabikere Kratersee, wird gern besucht wegen seiner Wandermöglichkeiten. Hier beginnen auch die Trackings zu den Schimpansen.

Die ausserordentliche Fruchtbarkeit in der Umgebung des Kasenda Kratersees ausgedehnte Kaffeeplantagen ermöglicht, wo die Sorte Arabica sehr gut gedeiht.

Ornithologen schätzen die Vielfalt der Vogelwelt und Fotografen erfreuen sich an den herrlichen Motiven: See, üppige Landschaft und in der Ferne die Bergwelt Südwestugandas.

 

320 Kibale National Park

Kibale National Park

Südöstlich von Fort Portal erstrecken sich die Wald- und Savannengebiete des Kibale National Parks. Die Zone war vor 100 Jahren ein reiner Holzlieferant, doch 1932 wurde sie ausgegrenzt, jedoch erst 1993 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Der 795 km2 grosse Kibale National Park erstreckt sich von Nord nach Süd. Im Norden ist es etwas feuchter. Es ist nicht einfach ein Wald, sondern ein Mosaik aus Biotopen unterschiedlicher Art. Im feuchteren Norden stehen Tropenwälder mit 251 verschiedenen Baumarten. Im Süden geht der immergrüne Wald über in Savanne. Sie führt als Wildtierkorridor zum angrenzenden Queen Elisabeth National Park.

Mindestens 60 Säugetierarten leben im Wald, darunter auch Waldelefanten: kleiner und behaarter als die Savannenelefanten. Doch im dichten Wald sind die Tiere oft nur schwer zu entdecken. Hingegen sind  die Vögel mindestens zu hören. Eher zu beobachten sind sie in den Bigodi-Sümpfen östlich des Kibale National Parks.

Schimpanse UgandaKibale ist fast gleichbedeutend mit Schimpansen. 1500 Exemplare leben in den Wäldern von Kibale. Es ist wahrscheinlich der beste Ort in Uganda, um Schimpansen zu beobachten. Doch insgesamt 13 Primatenarten leben im Kibale. Kein anderer Nationalpark in Uganda bietet mehr Arten. Darunter auch die seltene Östliche Vollbartmeerkatze mit ihren charakteristischen weissen Unterkieferbart. Im Kibale leben auch Gruppen der gefährdeten Roten Stummelaffen, die von den Schimpansen gejagt werden.

Trotz dieser sehr varietätsreichen Flora und Fauna ist ein Schimpansen-Tracking der Grund für einen Besuch im Kibale National Park. In Kleingruppen führt ein Ranger zu den Plätzen der Schimpansen, ein Marsch von allenfalls mehreren Stunden. Dann darf eine Stunde am Ort verweilt werden. Die besuchten Schimpansenfamilien sind an Menschen gewohnt und lassen sich problemlos beobachten und fotografieren.

Zu sagen ist, dass Schimpansen an mehreren Orten in Uganda beobachtet werden können.

 

630 Lake Victoria

Lake Victoria

Ein Viertel der Landesfläche Ugandas besteht aus Wasserflächen: Flüsse und Seen. Die Hälfte dieser Wasserflächen nimmt der Victoriasee 68’800 km2 ein, was der Grösse von Bayern entspricht. Der Victoriasee mit einem Durchmesser von rund 250 km ist der grösste See Afrikas und der flächenmässig zweitgrösste Süsswassersee der Welt.

Fähre Victoriasee Ssese Island UgandaAnrainerstaaten sind Uganda, Kenya und Tansania. Der See – und somit der Nil – hat ein riesiges Einzugsgebiet, das bis Burundi im Süden reicht. Durch die Stauwerke bei Jinja wurde der See zu einem Stausee: zwei Meter höher als natürlich.

Der Ausfluss des Victoriasees war jedoch nicht immer in Jinja. In historischen Zeiten floss der Victoriasee gegen Westen ab und somit in den Kongo und den Atlantik.

In sich selbst bildet der Lake Victoria ein eigenes System:  der See empfängt 80% seines Wassers durch Niederschläge. Nur verdampft das Regenwasser fast vollständig wieder über der Seefläche.

Der relativ flache See leidet unter Wasserhyazinthen, die sich grossflächig ausbreiten. Zudem wurden die einheimischen Fischarten durch die Einführung von Nilbarschen dezimiert.

Zudem wurden in den 1950er Jahren Nilbarsche ausgesetzt und diese Raubfische räumten dramatisch mit der autochthonen Fischarten auf. Dies hatte wiederum gravierende Folgeerscheinungen in der Ökologie des Sees.

Der Victoriasee ist Lebensgrundlage für Millionen Leute: ob als Fischer oder als Landwirte. Er ist auch Transportweg, der allerdings durch den Bau der Eisenbahn und Fernstrassen an Bedeutung abgenommen hat.

Lake Victoria hat fast 1000 Inseln. Sie finden sich meist in Sichtdistanz zum Ufer. Im ugandischen Teil des Victoriasees gibt es 212 meist bewaldete Inseln, dreiviertel davon sind bewohnt. Der Ssese Archipel, vor Kampala gelegen, umfasst 84 Inseln.

Für Ostafrika ist der Victoriasee ein wichtiger Klimaregulator. Ebenso ist er der Garant für den stabilen Zufluss an Wasser für den Nil – nebst dem ebenso wichtigen Quellegebiet des Lake Albert. Beide Systeme zusammen bringen ugandisches Wasser nach Ägypten und ermöglichen die ganzjährige Wasserversorgung von Millionen Menschen entlang des Nils.